
FBI-Protokoll enthüllt: Trump warnte bereits 2006 vor Epsteins Machenschaften
Ein bislang unter Verschluss gehaltenes FBI-Befragungsprotokoll wirft ein neues Licht auf das Verhältnis zwischen dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Demnach soll Trump schon vor fast zwei Jahrzehnten aktiv die Polizei über Epsteins Verbrechen an Minderjährigen informiert haben – Jahre bevor der Fall die breite Öffentlichkeit erschütterte.
Ein Anruf, der alles verändern könnte
Laut dem vierseitigen FBI-Dokument aus dem Oktober 2019 kontaktierte Trump im Juli 2006 den damaligen Polizeichef von Palm Beach, Michael Reiter, telefonisch. Der Anlass: Erste Ermittlungen gegen den schwerreichen Financier Epstein waren gerade öffentlich geworden. Trumps Worte, wie sie Reiter gegenüber den FBI-Agenten wiedergab, waren unmissverständlich: „Zum Glück stoppen Sie ihn. Jeder wusste, dass er das tut."
Noch brisanter ist, was Trump über Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell gesagt haben soll. Er habe sie als dessen „operative Kraft" bezeichnet und den Polizeichef eindringlich gewarnt: „Sie ist böse. Konzentrieren Sie sich auf ihr." Eine Einschätzung, die sich Jahre später als prophetisch erweisen sollte – Maxwell wurde wegen sexuellen Menschenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Widersprüche zu früheren Aussagen
Was dieses Protokoll so brisant macht, ist der offenkundige Widerspruch zu Trumps öffentlichen Äußerungen aus dem Jahr 2019. Damals, als Epstein erneut verhaftet wurde und die Welt auf den Fall blickte, erklärte Trump vor laufenden Kameras: „Nein, ich hatte keine Ahnung. Ich hatte keine Ahnung." Wenn die Schilderungen des ehemaligen Polizeichefs zutreffen, wusste Trump nicht nur Bescheid – er versuchte sogar aktiv, die Strafverfolgung voranzutreiben.
Man muss diese Diskrepanz freilich differenziert betrachten. Es ist durchaus denkbar, dass Trump 2019 aus taktischen Gründen jede Verbindung zu Epstein herunterspielen wollte, während er gleichzeitig derjenige war, der frühzeitig Alarm schlug. Politik ist selten ein Ort der Geradlinigkeit – das gilt für Washington ebenso wie für Berlin.
Keine unabhängige Bestätigung
Wichtig ist allerdings der Hinweis, den das FBI selbst gibt: Es existieren keine unabhängigen Belege dafür, dass Trump im Jahr 2006 tatsächlich bei der Polizei anrief. Die gesamte Darstellung beruht ausschließlich auf der Aussage Reiters, der den angeblichen Anruf erst 13 Jahre später in einem FBI-Interview schilderte. Reiter selbst bestätigte gegenüber dem Miami Herald, dass er diese Angaben gemacht habe – doch ein Telefonprotokoll oder andere Beweismittel fehlen offenbar.
Die FBI-Befragung kam zustande, nachdem Reiter dem Bureau zuvor unbekannte Ermittlungsunterlagen aus dem Epstein-Verfahren übergeben hatte, darunter digitale Kopien eines beschlagnahmten Laptops. Die ursprünglichen Ermittlungen der Polizei von Palm Beach hatten bereits 2003 begonnen und wurden 2005 nach der Aussage einer erst 14-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs massiv ausgeweitet.
Maxwell verweigert die Aussage – es sei denn, Trump begnadigt sie
Das Protokoll taucht zu einem Zeitpunkt auf, der kaum zufällig sein dürfte. Ghislaine Maxwell steht erneut im Fokus des US-Kongresses. Die verurteilte Menschenhändlerin verweigerte am Montag vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses jede Aussage. Ihr Anwalt ließ jedoch durchblicken, dass Maxwell durchaus bereit wäre zu reden – unter einer Bedingung: Präsident Trump müsste ihr eine Begnadigung gewähren.
Ein bemerkenswertes Kalkül. Denn wenn Trump tatsächlich derjenige war, der frühzeitig vor Maxwell warnte und sie als „böse" bezeichnete, erscheint eine Begnadigung politisch nahezu undenkbar. Oder etwa doch? In der amerikanischen Politik hat man schon Unvorstellbareres erlebt.
Der Epstein-Komplex: Ein Sumpf, der nicht trockenzulegen ist
Der Fall Epstein bleibt eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren amerikanischen Geschichte. Ein Netzwerk aus Macht, Geld und systematischem Missbrauch, das Politik, Wirtschaft und sogar Monarchien verband. Dass die vollständige Wahrheit jemals ans Licht kommt, darf bezweifelt werden – zu viele mächtige Namen stehen auf den Listen, zu viele Akten bleiben geschwärzt.
Was das FBI-Protokoll jedoch zeigt, ist die erschreckende Normalität, mit der Epsteins Treiben offenbar in bestimmten Kreisen bekannt war. Trump selbst soll gegenüber Reiter angedeutet haben, dass Epsteins Umgang mit minderjährigen Mädchen in der High Society von New York und Palm Beach ein offenes Geheimnis gewesen sei. „Jeder wusste, dass er das tut" – ein Satz, der nicht nur Epstein belastet, sondern ein ganzes System des Wegsehens entlarvt.
Ob dieses Protokoll Trump letztlich schadet oder nützt, wird davon abhängen, welche Lesart sich durchsetzt: die des mutigen Whistleblowers, der die Polizei alarmierte, oder die des Mannes, der jahrelang bestritt, etwas gewusst zu haben. Die Wahrheit liegt vermutlich – wie so oft in diesem Fall – irgendwo in einem Graubereich, den weder Staatsanwälte noch Journalisten jemals vollständig ausleuchten werden.

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