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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
06:57 Uhr

EZB baut Schulden-Infrastruktur aus: Permanente Repo-Fazilität als Vorbote einer neuen Krise?

EZB baut Schulden-Infrastruktur aus: Permanente Repo-Fazilität als Vorbote einer neuen Krise?

Die Europäische Zentralbank hat eine Maßnahme angekündigt, die in ihrer Tragweite kaum zu überschätzen ist – und die dennoch in der breiten Öffentlichkeit nahezu geräuschlos untergeht. Ab dem dritten Quartal 2026 sollen Zentralbanken weltweit dauerhaft bis zu 50 Milliarden Euro an Sicherheiten bei der EZB hinterlegen können, um sich mit Euro-Liquidität zu versorgen. Was einst als temporäres Kriseninstrument während der Corona-Lockdowns geboren wurde, mutiert nun zu einer permanenten Einrichtung. Die Frage, die sich jeder wache Bürger stellen sollte, liegt auf der Hand: Bereitet sich Frankfurt auf eine Liquiditätskrise vor, die man dem Steuerzahler noch nicht eingestehen will?

Vom Rettungsschirm zum Dauertropf

Die sogenannte EUREP – Eurosystem Repo Facility for Central Banks – wurde am 25. Juni 2020 ins Leben gerufen. Damals, als die Welt im Lockdown-Fieber lag, erschien das Instrument als vernünftige Notfallmaßnahme. Kleine Zentralbanken wie jene des Kosovo oder Montenegros griffen auf bescheidene Summen zurück. Es ging um Tage, nicht um Monate. Es ging um Hunderte Millionen, nicht um Dutzende Milliarden.

Nun aber dreht die EZB an einem ganz anderen Rad. Die Fazilität soll nicht nur global angeboten werden, sondern auch über Zeiträume von mehreren Wochen oder gar Monaten laufen können. Das ist kein Pflaster mehr auf einer kleinen Wunde. Das ist eine Intensivstation auf Standby.

Europas Schuldenberg wächst – und niemand hält inne

Der Hintergrund dieser Entscheidung ist so beunruhigend wie vorhersehbar. Die beiden tragenden Säulen der Eurozone – Deutschland und Frankreich – kalkulieren in diesem Jahr mit einer Netto-Neuverschuldung von rund fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein stetig wachsendes Anleihenvolumen flutet die Märkte, während die Zinsen am langen Ende seit über drei Jahren steigen. Das Vertrauen großer institutioneller Investoren erodiert schleichend, aber stetig.

Bundeskanzler Friedrich Merz, der einst vollmundig versprach, keine neuen Schulden zu machen, hat mit seinem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur genau das Gegenteil getan. Zusammen mit der im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 werden Generationen von Deutschen auf Jahrzehnte hinaus verpflichtet, Zinsen durch Steuern und Abgaben zu finanzieren. Die Ironie könnte kaum bitterer sein: Ausgerechnet der relativ niedrige Schuldenstand der Bundesrepublik galt zuletzt als Problem, weil nicht genügend Bundesanleihen für größere Kapitalengagements zur Verfügung standen. Dieses „Problem" löst die neue Bundesregierung nun mit geradezu beängstigender Entschlossenheit.

Der Euro verliert an Bedeutung – und Brüssel schaut zu

Während die Schulden explodieren, schrumpft die internationale Bedeutung des Euro. Euro-denominierte Reserven machen weltweit weniger als 20 Prozent aus – Tendenz fallend. Bei der Abwicklung internationaler Transaktionen liegt der Euro bei mageren 24 Prozent. Der US-Dollar dominiert mit 59 Prozent als Reservewährung und 47 Prozent im internationalen Zahlungsverkehr. Ein Vergleich, der demütigen sollte – es aber offenbar nicht tut.

Ein besonders herber Schlag für die internationale Stellung des Euro war die Entscheidung der EU, das Russland-Embargo dauerhaft umzusetzen. Russland gehörte zu den wenigen großen Akteuren im Energiemarkt, die Euro-Denominierungen zuließen und entsprechende Bestände hielten. Diese Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Zwar kursieren Gerüchte, wonach die USA Russland im Falle eines Ukraine-Friedensschlusses wieder Zugang zum SWIFT-System gewähren könnten. Doch ob Brüssel und Berlin nachziehen würden, steht in den Sternen. Es bräuchte wohl ein grundlegend anderes politisches Regime, um zum Status quo ante zurückzukehren.

Eurobonds: Der Traum vom gemeinschaftlichen Schuldenmachen

Besonders alarmierend ist die fiskalpolitische Kehrtwende, die sich am Horizont abzeichnet. Sollten sich die EU-Staaten tatsächlich auf eine EU der zwei Geschwindigkeiten einigen und die gemeinschaftliche Finanzierung neuer Schulden über sogenannte Eurobonds etablieren, würde der europäische Anleihenmarkt strukturell auf ein völlig neues Fundament gestellt. Der europäische Steuerzahler – allen voran der deutsche – stünde dann als Kreditgarant bereit. Lars Klingbeil, der neue Vizekanzler, nennt diese Gemeinschaftsschulden bereits euphemistisch „Kapitalunion". Nationale Schulden heißen „Sondervermögen". Es braucht offenbar nur die passenden Narrative, um den Bürgern die bittere Pille zu versüßen.

Die EZB verspricht sich von diesem Schritt einen massiven Nachfrageschub nach Euro-denominierten Anleihen weltweit. Doch wer kauft Schuldscheine von Staaten, die ihre industrielle Basis systematisch demontieren? Wer investiert in eine Wirtschaftszone, deren chronische Schwäche mittlerweile sprichwörtlich ist?

Die Dollar-Falle: Amerikas mächtiger Hebel

Eine weitere Unbekannte in diesem geopolitischen Machtpoker bleibt die amerikanische Federal Reserve. Die EZB warnte bereits mehrfach vor einer möglichen Knappheit des US-Dollars im europäischen Bankensystem. Die USA verfügen hier über einen gewaltigen Hebel: Sie können den politischen Preis für kurzfristige Dollar-Kredite an europäische Banken – sogenannte Swaplines – beliebig in die Höhe treiben. Unter Präsident Trump, der mit seinen massiven Zollerhöhungen von 20 Prozent auf EU-Importe ohnehin den transatlantischen Handel unter Druck setzt, dürfte dieser Hebel kaum ungenutzt bleiben.

Ein wachsender Schuldenpool – getarnt als Stabilitätsinstrument

Die Staatsschulden innerhalb der Eurozone dürften sich in den kommenden beiden Jahren voraussichtlich von gegenwärtig 92 Prozent des BIP auf etwa 100 Prozent bewegen. Die EZB steht vor der Herkulesaufgabe, Mechanismen zu schaffen, um diese Schuldenflut über die weltweiten Anleihemärkte zu verteilen. Gelingt dies nicht, wäre die Notenbank gezwungen, die Schulden auf die eigene Bilanz zu nehmen – eine monetäre Finanzierung von Staatsausgaben, die eigentlich verboten ist, aber de facto längst praktiziert wird.

Aus der europäischen Repo-Fazilität, einst als Rettungsschirm bei akuten Liquiditätsproblemen konzipiert, entwickelt sich Schritt für Schritt ein klassischer, wachsender Schuldenpool. Die Grenze zwischen geldpolitischer Stabilisierung und fiskalischer Flankierung staatlicher Haushalte verschwimmt zusehends. Ob dies gut gehen kann, erscheint angesichts der ökonomischen Realitäten mehr als zweifelhaft.

Wer in Zeiten wachsender Schulden und erodierenden Vertrauens in Papierwährungen sein Vermögen schützen will, sollte über physische Edelmetalle als Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios nachdenken. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt – ganz ohne Repo-Fazilitäten und Notenbankbilanzen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen könnten, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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