
Elektronische Patientenakte: Lauterbachs Prestigeprojekt entpuppt sich als Rohrkrepierer

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache, und sie sind vernichtend für den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Gerade einmal 3,6 Prozent der gesetzlich Versicherten nutzen ihre elektronische Patientenakte aktiv. Ein Wert, der selbst wohlwollende Beobachter als katastrophales Scheitern bezeichnen müssten. Doch in den Amtsstuben der Berliner Republik scheint man solche Realitäten geflissentlich zu ignorieren.
Milliardenprojekt ohne Nutzer
Die nackten Fakten sind ernüchternd: Bei der Techniker Krankenkasse, dem größten gesetzlichen Krankenversicherer Deutschlands, existieren rund 11,5 Millionen elektronische Patientenakten. Davon werden gerade einmal 850.000 von den Versicherten tatsächlich genutzt. Bei der Barmer sieht es nicht besser aus – von 8 Millionen angelegten Akten werden lediglich 440.000 regelmäßig verwendet. Die elf Allgemeinen Ortskrankenkassen verwalten zusammen etwa 26 Millionen ePAs, doch nur rund 365.000 Versicherte haben überhaupt eine persönliche Gesundheits-ID aktiviert.
Seit Juli 2025 ist der Anteil der aktiven Nutzer von mageren 2,6 auf nunmehr 3,6 Prozent gestiegen. Ein Zuwachs, der angesichts der massiven staatlichen Zwangsmaßnahmen geradezu lächerlich erscheint. Die seit Oktober 2025 geltende Pflicht für Arztpraxen und Krankenhäuser, sämtliche relevanten Behandlungsinformationen automatisch in die ePA einzustellen, hat offensichtlich keinerlei Begeisterungswelle bei den Bürgern ausgelöst.
Zwangsbeglückung durch die Hintertür
Was die Ampelkoalition unter Lauterbachs Federführung durchgesetzt hat, ist nichts anderes als eine digitale Zwangsbeglückung der Bürger. Zu Beginn des Jahres 2025 wurden für nahezu alle der rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten automatisch elektronische Patientenakten angelegt – es sei denn, man hatte ausdrücklich widersprochen. Dieses sogenannte Opt-out-Verfahren ist ein klassisches Beispiel für paternalistisches Regierungshandeln: Der Staat weiß angeblich besser als der mündige Bürger, was gut für ihn ist.
Besonders pikant dabei ist die Frage des Datenschutzes. Hochsensible medizinische Informationen – von HIV-Diagnosen über Schwangerschaftsabbrüche bis hin zu psychischen Erkrankungen – werden nun zentral gespeichert und sind potenziell für eine Vielzahl von Ärzten und medizinischem Personal einsehbar. Zwar können Versicherte über die App ihrer Krankenkasse theoretisch steuern, welche Informationen für wen sichtbar sein sollen. Doch wer nutzt diese Möglichkeit schon aktiv? Offensichtlich nur eine verschwindend geringe Minderheit.
Ärzte beklagen Mehraufwand
Auch aus der Ärzteschaft mehren sich kritische Stimmen. Von einer Stunde Mehrarbeit pro Tag ist die Rede – Zeit, die von der eigentlichen Patientenbehandlung abgeht. Die versprochene Effizienzsteigerung durch die Digitalisierung entpuppt sich in der Praxis als bürokratisches Monster, das wertvolle Ressourcen verschlingt, ohne einen erkennbaren Mehrwert zu liefern.
Hinzu kommen technische Probleme: Berichte von Patienten, deren ePA-Daten im Krankenhaus nicht ausgelesen werden können, sind keine Seltenheit. Die vielgepriesene digitale Vernetzung des Gesundheitswesens scheitert offenbar an den simpelsten Grundlagen der Interoperabilität.
Das eigentliche Ziel: Der gläserne Patient
Kritiker weisen zu Recht darauf hin, dass die geringe aktive Nutzung durch die Versicherten möglicherweise gar nicht das eigentliche Problem darstellt – zumindest nicht aus Sicht der Initiatoren. Denn das primäre Ziel der ePA war womöglich nie die Verbesserung der Patientenversorgung, sondern die Schaffung einer gigantischen Datenbank medizinischer Informationen. Diese Daten können – unter dem Deckmantel der Forschung – ausgewertet und kommerziell genutzt werden. Die Pharmaindustrie und andere Interessengruppen dürften sich die Hände reiben.
Weniger als sieben Prozent aller gesetzlich Versicherten haben der ePA aktiv widersprochen. Das bedeutet: Die Daten von über 90 Prozent der Bevölkerung sind nun in einem zentralen System erfasst. Aus dieser Perspektive betrachtet, war das Projekt ein voller Erfolg – nur eben nicht für die Bürger, sondern für jene, die von der Datensammlung profitieren.
Ein Symptom tiefgreifender Probleme
Die elektronische Patientenakte ist symptomatisch für eine Politik, die den Bürger nicht als mündigen Souverän, sondern als zu verwaltende Masse betrachtet. Statt auf Freiwilligkeit und echten Mehrwert zu setzen, wurde ein System implementiert, das auf Zwang und Intransparenz basiert. Die niedrige Akzeptanz ist die logische Konsequenz einer Politik, die das Vertrauen der Bevölkerung systematisch verspielt hat.
Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz dieses Erbe der Ampelkoalition kritisch überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Denn eines ist klar: Ein Gesundheitssystem, das gegen die Interessen der Patienten arbeitet, wird niemals die Akzeptanz finden, die es für sein Funktionieren benötigt. Die 3,6 Prozent Nutzungsquote sind ein unmissverständliches Signal der Bürger an die Politik – die Frage ist nur, ob dieses Signal auch gehört wird.
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