
Edelmetalle im freien Fall: Gold und Silber erleben dramatischen Kurssturz

Die Finanzmärkte befinden sich in Aufruhr. Was sich zu Wochenbeginn an den internationalen Börsen abspielte, dürfte so manchem Anleger den Schweiß auf die Stirn getrieben haben. Gold, das vermeintlich sichere Refugium in stürmischen Zeiten, verlor zeitweise satte 6,3 Prozent und rutschte unter die Marke von 4600 Dollar je Unze. Noch im Januar hatte das Edelmetall bei nahezu 5600 Dollar notiert – ein Absturz, der seinesgleichen sucht.
Silber trifft es noch härter
Während Gold bereits heftig unter Druck geriet, erwischte es Silber noch deutlich schlimmer. Das weiße Metall brach um bis zu 12 Prozent ein – und das nach einem bereits verheerenden Freitag, an dem Bloomberg zufolge ein Minus von 26 Prozent zu Buche stand. Solche Bewegungen erinnern an die dunkelsten Stunden vergangener Finanzkrisen und lassen Investoren weltweit nervös werden.
Trump-Nominierung erschüttert die Märkte
Die Ursachen für diesen dramatischen Einbruch sind vielschichtig, doch ein Name steht im Zentrum der Turbulenzen: Donald Trump. Der US-Präsident nominierte am Freitag den Ökonomen Kevin Warsh als künftigen Chef der Federal Reserve. Sollte der Senat dieser Personalie zustimmen, würde Warsh den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nach Ablauf dessen Amtszeit im Mai ablösen. Diese Nachricht versetzte die Märkte in helle Aufregung, denn mit einem neuen Fed-Chef könnten sich die geldpolitischen Koordinaten grundlegend verschieben.
In der aufgeheizten Debatte rückte nicht nur der Zinsausblick in den Fokus, sondern auch die künftige Rolle der Notenbankbilanz. Händler zeigten sich angesichts der hohen Volatilität vom Freitag zunehmend verunsichert. Nach der langen Rally bei Edelmetallen und den Rekordständen an den Aktienmärkten stellen Investoren nun Bewertungen und die Tragfähigkeit der milliardenschweren KI-Investitionen grundlegend auf den Prüfstand.
Bitcoin stürzt auf Neun-Monats-Tief
Parallel zu den Edelmetallen geriet auch der Bitcoin massiv unter Druck. Am Montagmorgen fiel der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 75.325 Dollar – der tiefste Stand seit April 2025. Vom Rekordhoch bei über 126.000 Dollar im November ist die Kryptowährung damit um fast 40 Prozent eingebrochen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf rund zehn Prozent.
Der Bitcoin dominiert den Kryptomarkt nach wie vor mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,6 Billionen Dollar, gefolgt von Ethereum und Tether. Doch diese Dominanz schützt offensichtlich nicht vor dramatischen Kursverlusten, wenn die Nervosität an den Märkten um sich greift.
Asiatische Börsen im Sog der Krise
Die Schockwellen erreichten auch die asiatischen Aktienmärkte, die am Montag mit deutlichen Verlusten in eine ereignisreiche Woche starteten. Chaotische Zustände an den Rohstoffmärkten sowie die Nervosität vor anstehenden Unternehmensbilanzen, Zentralbanksitzungen und Konjunkturdaten drückten die Kurse ins Minus.
Wer in diesen turbulenten Zeiten auf physische Edelmetalle als langfristige Vermögenssicherung setzt, sollte sich von kurzfristigen Kursschwankungen nicht verunsichern lassen. Gold und Silber haben über Jahrtausende ihren Wert als Krisenwährung bewiesen.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob es sich bei den aktuellen Verwerfungen um eine vorübergehende Korrektur handelt oder ob die Märkte vor einer grundlegenden Neubewertung stehen. Eines steht fest: Die Zeiten der Sorglosigkeit an den Finanzmärkten sind vorerst vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.












