
E-Auto-Prämie verpufft wirkungslos: Händler stehen vor dem Abgrund, während Berlin weiter träumt
Man könnte es fast schon als tragikomisches Schauspiel bezeichnen: Die Bundesregierung verteilt großzügig Steuergelder in Form einer E-Auto-Prämie, doch die Autohäuser bleiben leer. Mehr als 80 Prozent der deutschen Autohändler melden keinerlei oder bestenfalls minimale Nachfrageimpulse durch die neue Förderung. Das ist das vernichtende Ergebnis einer Mitgliederumfrage des Verbandes der Automobilhändler Deutschlands (VAD) – und es überrascht eigentlich niemanden, der die Realität deutscher Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat.
Zwischen Klick und Kauf klafft ein Abgrund
Zwar registrieren Onlineportale durchaus gestiegene Anfragen. Kunden stöbern, vergleichen, informieren sich – doch wenn es ans Unterschreiben geht, herrscht Funkstille. Dieser Bruch zwischen digitalem Interesse und realem Kaufabschluss trifft die Händler ins Mark. Denn während die Showrooms verwaist bleiben, laufen Lagerkosten, Finanzierungszinsen und Personalausgaben ungebremst weiter. Es ist, als würde man einem Verhungernden ein Kochbuch schenken und sich wundern, dass er nicht satt wird.
Der VAD hat sich deshalb in einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt und fordert eine schnellere Umsetzung sowie substanzielle Nachbesserungen. Burkhard Weller, einer der profiliertesten Stimmen der Branche, bringt die Lage auf den Punkt: Die Zurückhaltung bei potenziellen Käufern sei nach wie vor enorm. Und wer könnte es den Bürgern verdenken?
Bürokratisches Chaos statt klarer Spielregeln
Die Gründe für die Kaufzurückhaltung liegen auf der Hand – und sie sind hausgemacht. Unklare Fördervoraussetzungen, komplizierte Fragen zum Haushaltseinkommen, undurchsichtige Anspruchsprüfungen und eine Zwischenfinanzierung, die zusätzliche Hürden aufbaut: Das ist kein Kaufanreiz, das ist ein Abschreckungsprogramm. Besonders pikant dabei ist der Zeitplan. Das Förderportal soll erst im Mai öffnen. Erst im Mai! Wer also heute ein Elektroauto kaufen möchte, muss blind darauf vertrauen, dass die Förderung tatsächlich kommt, dass er die Bedingungen erfüllt und dass sich die Regeln bis dahin nicht wieder ändern. In einem Land, in dem politische Versprechen die Halbwertszeit einer Eintagsfliege haben, ist das eine gewagte Wette.
Die Lieferzeiten bei Neuwagen betragen ohnehin mehrere Monate. Addiert man die Wartezeit auf das Förderportal hinzu, verschiebt sich jede reale Wirkung der Prämie weit in die Zukunft. Händler verlieren in dieser Phase reihenweise Abschlüsse, weil vernünftige Kunden lieber abwarten, als ein finanzielles Risiko einzugehen. Kann man es ihnen verübeln? Wohl kaum.
Die brutale Realität der Preise
Der DAT-Report 2026 liefert die nüchternen Zahlen, die den politischen Wunschträumen den Boden unter den Füßen wegziehen. Neuwagenkäufer zahlten 2025 im Durchschnitt 44.560 Euro. Reine Elektroautos lagen mit 47.160 Euro nochmals deutlich darüber. Gebrauchtwagen kosteten im Schnitt 18.310 Euro. Für eine wachsende Zahl deutscher Haushalte, die unter steigenden Lebenshaltungskosten, explodierenden Energiepreisen und einer schleichenden Inflation ächzen, sind solche Summen schlicht nicht darstellbar – Prämie hin oder her.
Hinzu kommt, dass auch die laufenden Kosten für Elektrofahrzeuge keineswegs so günstig sind, wie die grüne Erzählung es gerne suggeriert. Werkstattstunden werden teurer, Ersatzteile kosten mehr, und die technische Komplexität moderner E-Autos treibt Diagnosezeiten in die Höhe. Eine durchschnittliche Reparatur schlug 2025 mit rund 604 Euro zu Buche – satte 30 Prozent mehr als noch 2020. Und der Ladestrom? Für Verbraucher kaum kalkulierbar, weil Tarife und Rahmenbedingungen je nach Anbieter, Region und Tageszeit wild variieren.
Gebrauchtwagen-Förderung als letzter Strohhalm?
Der VAD fordert deshalb, nicht nur Neuwagen, sondern auch junge gebrauchte Elektroautos in die Förderung einzubeziehen. Der Gedanke dahinter ist so simpel wie einleuchtend: Privatkunden greifen mehrheitlich zu Gebrauchtwagen, weil ihnen schlicht das Budget für einen Neuwagen fehlt. Weller formuliert es unmissverständlich: Nur wenn auch junge Gebrauchte gefördert würden, könne Elektromobilität für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden.
Doch genau hier offenbart sich das Dilemma der gesamten Förderpolitik. Denn eine Prämie auf gebrauchte E-Autos würde den ohnehin fragilen Gebrauchtwagenmarkt noch weiter destabilisieren. Schon jetzt fürchten Händler einen regelrechten Restwert-Schock. Geförderte Neuwagen drücken die Preise nach unten, und gebrauchte Elektrofahrzeuge, die bereits heute schwer zu verkaufen sind, würden noch weiter an Wert verlieren.
„Das wird ein Blutbad für uns"
„Die Prämie wird die Restwerte komplett in den Keller schieben. Das wird ein Blutbad für uns."
Diese drastischen Worte von Branchenkenner Claus Trilling sprechen Bände. Ausgerechnet jene Erträge, die viele Händler über das Gebrauchtwagengeschäft mühsam stabilisieren, geraten durch die staatliche Intervention massiv unter Druck. Es ist die bittere Ironie einer Politik, die vorgibt zu helfen, aber in Wahrheit die Probleme verschärft.
Insolvenzen verdreifacht – eine Branche am Limit
Die Zahlen sind alarmierend. Im Jahr 2025 haben sich die Insolvenzen unter großen Autohändlern verdreifacht – 32 Fälle bei größeren Häusern wurden registriert. Die Margen schrumpfen, während Hersteller weiterhin ambitionierte Zielvorgaben setzen. Viele Betriebe verzichten bereits auf Teile ihrer ohnehin dünnen Marge, nur um Bonuszahlungen nicht zu verlieren. Das ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell – das ist ein Überlebenskampf auf Raten.
Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert die Förderung grundsätzlich und erwartet vor allem Mitnahmeeffekte. Kurzfristig möge die Prämie einige Absätze stützen, doch die strukturellen Probleme der Branche löse sie nicht. Und genau das ist der Kern des Problems: Eine Politik, die mit Subventionen und Prämien operiert, statt die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Marktwirtschaft zu schaffen, produziert bestenfalls Strohfeuer – und schlimmstenfalls Flächenbrände.
Wenn der Staat den Markt verzerrt
Was wir hier beobachten, ist ein Lehrstück dafür, wie staatliche Eingriffe in den Markt nach hinten losgehen können. Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat sich mit dem Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland" große Ziele gesetzt – darunter auch die Förderung der Elektromobilität. Doch Verantwortung bedeutet eben auch, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu bedenken. Eine Prämie, die den Gebrauchtwagenmarkt zerstört, Händler in die Insolvenz treibt und am Ende doch keine Käufer mobilisiert, ist keine verantwortungsvolle Politik. Sie ist ein teures Experiment auf Kosten der Steuerzahler und einer ganzen Branche.
Am Ende entscheidet der Kunde – und der rechnet derzeit härter, als es sich die Politik in ihren Modellrechnungen vorstellt. Solange Elektroautos zu teuer, die Ladeinfrastruktur zu lückenhaft und die Förderregeln zu undurchsichtig bleiben, wird die E-Auto-Prämie im Handel verpuffen. Für die betroffenen Betriebe zählt jetzt vor allem eines: Planungssicherheit. Doch die ist in der deutschen Politik bekanntlich Mangelware.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Fehlsteuerung zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen auf ein solides Fundament zu stellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von politischen Launen, staatlichen Subventionsprogrammen und den Unwägbarkeiten einzelner Branchen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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