
Digitaler Euro: EZB-Direktor beschwört europäische Unabhängigkeit von US-Zahlungsriesen

Die Europäische Zentralbank treibt ihre Pläne für einen digitalen Euro mit Nachdruck voran. EZB-Direktor Piero Cipollone warnt eindringlich vor der Abhängigkeit Europas von amerikanischen Zahlungsdienstleistern und wirbt für eine eigenständige digitale Infrastruktur. Doch was steckt wirklich hinter diesem ambitionierten Projekt, das spätestens 2029 Realität werden soll?
Die Warnung vor dem amerikanischen Würgegriff
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zeichnete der italienische EZB-Direktor ein beunruhigendes Bild der aktuellen Lage. „Heute besitzen US-Konzerne kritische Teile der Infrastruktur – sie können uns theoretisch den Stecker ziehen", so Cipollone. Eine Aussage, die angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen und der unberechenbaren Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump durchaus Gewicht hat.
Die Abhängigkeit von Paypal, Apple Pay, Mastercard und Visa ist tatsächlich beträchtlich. Wer heute in Europa digital bezahlt, nutzt in den meisten Fällen amerikanische Infrastruktur. Ein Zustand, der in Zeiten von Strafzöllen und wirtschaftspolitischen Drohgebärden aus Washington durchaus als strategisches Risiko betrachtet werden kann.
Das Schienennetz-Versprechen der EZB
Cipollone bedient sich einer eingängigen Metapher, um das Konzept zu erklären: Der digitale Euro sei wie ein öffentliches Schienennetz, auf dem jedes Eisenbahnunternehmen seine Züge einsetzen könne. Private europäische Anbieter wie der neue Bezahldienst Wero, eine Initiative mehrerer europäischer Banken, könnten auf dieser Infrastruktur ihr Geschäft im gesamten Euroraum ausweiten.
Klingt verlockend – doch der kritische Bürger darf durchaus fragen, ob eine weitere Zentralisierung der Zahlungsinfrastruktur in den Händen der EZB wirklich die Lösung ist. Schließlich bedeutet eine europäische Infrastruktur auch europäische Kontrolle – und damit potenziell auch europäische Überwachung.
Der Zeitplan steht
Die EZB peilt das Jahr 2027 für ein Pilotprojekt an. Über eine eigene EZB-App soll die Digitalwährung dann nutzbar sein. Bis 2029 soll das gesamte Eurosystem für eine potenzielle erste Ausgabe bereit sein. Offiziell betont die Notenbank, dass der digitale Euro das Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen soll.
Bargeld unter Druck – ein schleichender Prozess
Die EZB reagiert mit dem Projekt auch auf den zunehmenden Rückgang der Bargeldnutzung. Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Wer garantiert, dass das Bargeld langfristig nicht doch verdrängt wird? Die Geschichte lehrt uns, dass politische Versprechen oft nur so lange halten, wie es opportun erscheint.
Für konservative Bürger, die Wert auf finanzielle Privatsphäre und Unabhängigkeit legen, bleibt der digitale Euro ein zweischneidiges Schwert. Die Unabhängigkeit von amerikanischen Tech-Giganten mag wünschenswert sein – doch der Preis könnte eine noch engere Anbindung an die Brüsseler und Frankfurter Institutionen sein.
Physische Werte als Anker der Unabhängigkeit
In Zeiten digitaler Währungsexperimente und geopolitischer Unsicherheiten gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber an Bedeutung. Sie bieten das, was weder der digitale Euro noch amerikanische Zahlungsdienste garantieren können: echte Unabhängigkeit von staatlichen und privatwirtschaftlichen Infrastrukturen. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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