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09.01.2026
17:23 Uhr

Boeing im Kreuzfeuer: Held-Pilot verklagt Flugzeugbauer nach dreister Schuldzuweisung

Boeing im Kreuzfeuer: Held-Pilot verklagt Flugzeugbauer nach dreister Schuldzuweisung

Ein Fall, der die Abgründe der amerikanischen Konzernkultur offenbart: Der Pilot, der im Januar 2024 eine Boeing 737 Max nach dem spektakulären Verlust eines Türpaneels sicher landete und dafür als Held gefeiert wurde, zieht nun vor Gericht. Der Grund? Boeing versuchte offenbar, ihm die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe zu schieben.

Vom gefeierten Retter zum Sündenbock

Captain Brandon Fisher erhielt nach der Notlandung des Alaska-Airlines-Fluges 1282 Lob von höchster Stelle. Die Chefs der Nationalen Verkehrssicherheitsbehörde NTSB und der Luftfahrtaufsicht FAA überschütteten ihn mit Anerkennung. Selbst einige Boeing-Manager schlossen sich dem Chor der Bewunderer an. Schließlich hatte Fisher 177 Menschen sicher zurück auf den Boden gebracht, nachdem ein sogenanntes Türstopfen-Paneel während des Fluges aus der Maschine gerissen wurde.

Doch hinter den Kulissen spielte sich offenbar ein ganz anderes Drama ab. Laut Fishers Anwälten William Walsh und Richard Mummolo versuchte Boeing in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten, die Verantwortung von sich zu weisen – mit einer Argumentation, die den Piloten direkt ins Visier nahm.

Die perfide Strategie des Konzerns

Boeing behauptete in Gerichtsverfahren, das Unternehmen sei nicht verantwortlich, da das Flugzeug von anderen „unsachgemäß gewartet oder missbraucht" worden sei. Eine Formulierung, die nach Ansicht von Fishers Rechtsbeistand eindeutig auf den Kapitän abzielte.

„Es war offensichtlich, dass Boeings Worte auf Captain Fisher gerichtet waren, um ihn zum Sündenbock für Boeings zahlreiche Versäumnisse zu machen"

So steht es in der Klageschrift, die vor einem Gericht in Oregon eingereicht wurde. Die Konsequenz dieser Strategie: Einige Passagiere verklagten daraufhin den Piloten selbst – ein Umstand, der Fisher erheblichen emotionalen Stress verursacht haben soll.

Die unbequeme Wahrheit: Fehlende Bolzen am Fließband

Was die NTSB-Untersuchung ans Licht brachte, lässt an der Schuldfrage keinen Zweifel. Vier Bolzen, die das Türpaneel sichern sollten, wurden während einer Reparatur in der Boeing-Fabrik entfernt – und schlichtweg nie wieder eingesetzt. Sowohl Boeing als auch der Zulieferer Spirit Aerosystems, der mittlerweile von Boeing übernommen wurde, tragen die Verantwortung für dieses haarsträubende Versäumnis.

Besonders pikant: Die besagten Bolzen befinden sich hinter Innenverkleidungen des Flugzeugs. Sie sind bei einer normalen Vorflugkontrolle durch Piloten oder Airline-Personal schlicht nicht einsehbar. Die Ermittler stellten fest, dass sich das Paneel über 154 Flüge hinweg allmählich nach oben bewegte, bis es schließlich während des verhängnisvollen Fluges aus der Maschine katapultiert wurde.

Arbeiter unter Druck

Die Untersuchung förderte weitere beunruhigende Details zutage. Boeing-Fabrikarbeiter berichteten den NTSB-Ermittlern, sie hätten sich unter Druck gesetzt gefühlt, zu schnell zu arbeiten. Zudem seien sie aufgefordert worden, Tätigkeiten auszuführen, für die sie nicht ausreichend geschult waren. Ein Bild, das sich nahtlos in die Serie von Qualitätsproblemen einfügt, die den einstigen Vorzeigekonzern der amerikanischen Luftfahrtindustrie seit Jahren plagen.

Der Vorfall und seine Folgen

Der Zwischenfall ereignete sich nur Minuten nach dem Start in Portland, Oregon. Ein etwa 60 mal 120 Zentimeter großes Stück der Außenhaut, das einen ungenutzten Notausgang hinter dem linken Flügel abdeckte, wurde aus dem Flugzeug gerissen. Der entstehende Druckabfall erzeugte ein gewaltiges Vakuum in der Kabine. Sieben Passagiere und eine Flugbegleiterin erlitten leichte Verletzungen.

Vier Flugbegleiter hatten Boeing bereits im vergangenen Sommer wegen des Vorfalls verklagt. Nun reiht sich der Pilot in die Liste der Kläger ein – allerdings mit einer besonderen Motivation. Für Fisher, der während seiner gesamten Karriere bei Alaska Airlines Boeing-Maschinen geflogen hat, fühlt sich der Versuch des Konzerns, ihm die Schuld zuzuschieben, wie ein „tiefer, persönlicher Verrat" an.

Ein Konzern auf Abwegen

Der Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die Unternehmenskultur bei Boeing. Ein Konzern, der einst für Ingenieurskunst und Qualität stand, scheint heute mehr mit Schadensbegrenzung und juristischen Winkelzügen beschäftigt zu sein als mit der Sicherheit seiner Produkte. Die NTSB war in ihrer Bewertung unmissverständlich: Es handelte sich um ein Fertigungsproblem, und das Verhalten der Crew war vorbildlich.

Dass Boeing dennoch versuchte, die Verantwortung auf andere abzuwälzen, spricht Bände über den moralischen Kompass des Unternehmens. Es bleibt zu hoffen, dass die amerikanische Justiz diesem Treiben ein Ende setzt – und dass Captain Fisher die Anerkennung erhält, die ihm zusteht, statt als Bauernopfer für die Verfehlungen eines Großkonzerns herzuhalten.

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