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Kettner Edelmetalle
20.01.2026
16:08 Uhr

Bahn-Offensive für saubere Bahnhöfe: Kosmetik statt Kernproblem?

Bahn-Offensive für saubere Bahnhöfe: Kosmetik statt Kernproblem?

Während die Deutsche Bahn mit historisch schlechten Pünktlichkeitswerten kämpft und zum Sinnbild staatlichen Versagens verkommen ist, präsentiert die neue Konzernchefin Evelyn Palla nun ein Sofortprogramm für mehr Sauberkeit und Sicherheit an deutschen Bahnhöfen. Gemeinsam mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) stellte sie am Berliner Hauptbahnhof die Maßnahmen vor, die den Fahrgästen ein besseres Gefühl vermitteln sollen – auch wenn die Züge weiterhin unpünktlich bleiben.

50 Millionen Euro für den ersten Eindruck

„Der erste Eindruck zählt", verkündete Bahn-Chefin Palla mit einer Selbstverständlichkeit, die angesichts des desolaten Zustands der deutschen Schieneninfrastruktur fast schon zynisch anmutet. Rund 50 Millionen Euro will der Konzern in diesem Jahr zusätzlich bereitstellen, um an zunächst 25 Bahnhöfen bundesweit für mehr Sicherheitspersonal, verstärkte Reinigung und ein gepflegteres Erscheinungsbild zu sorgen. Weitere Standorte sollen im Laufe des Jahres folgen.

Die Maßnahmen umfassen eine erhöhte Präsenz von Sicherheitskräften, zusätzliche Reinigungseinsätze und den Ausbau der Videoüberwachung. Derzeit sind an deutschen Bahnhöfen etwa 11.000 Kameras im Einsatz – eine Zahl, die in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei weiter steigen soll. Dass sich Bürger an vielen Bahnhöfen nicht mehr sicher fühlen, ist längst kein Geheimnis mehr. Die zunehmende Kriminalität, insbesondere an größeren Verkehrsknotenpunkten, spiegelt die allgemeine Sicherheitslage im Land wider.

Frühjahrsputz und mobile Handwerksteams

Besonders stolz präsentiert die Bahn ihren erweiterten „Frühjahrsputz": 2026 sollen doppelt so viele Bahnhöfe wie im Vorjahr eine Intensivreinigung erhalten. Von den insgesamt 1400 Bahnhöfen befinden sich viele im ländlichen Raum, wo die Aufenthaltsqualität oft besonders zu wünschen übrig lässt. Bahnsteige, Treppen, Tunnel, Aufzugsschächte, Glasflächen und Automaten sollen gründlich gereinigt werden. Auch das „mühsame Entfernen von Graffiti und Kaugummi" gehöre zum Programm, heißt es vom Konzern.

Neu sind zudem mobile Handwerksteams, die bundesweit Reparaturen übernehmen sollen – von eingeschlagenen Glasscheiben bis zu frisch besprühten Wänden. „Damit soll es künftig schneller gehen", verspricht Palla. Ein löblicher Ansatz, der allerdings die Frage aufwirft, warum solche Selbstverständlichkeiten erst jetzt als Innovation verkauft werden müssen.

Das eigentliche Problem bleibt ungelöst

Für die meisten Fahrgäste dürfte die Sauberkeit der Bahnhöfe jedoch nur ein Nebenschauplatz sein. Das wahre Ärgernis liegt auf den Gleisen: Im vergangenen Jahr erreichten nur noch 60 Prozent der Fernverkehrszüge ihr Ziel pünktlich – ein historisches Tief. Züge, die komplett ausfielen, sind in dieser erschreckenden Statistik nicht einmal enthalten. Und Besserung ist nicht in Sicht: Erst 2029, so räumt der Konzern selbst ein, könnte wieder ein Pünktlichkeitsniveau von 70 Prozent erreicht werden.

„Auch wenn die Pünktlichkeit 2026 durch ein enormes Bauaufkommen noch eine Herausforderung bleibt."

Mit diesen Worten gesteht Palla ein, was jeder regelmäßige Bahnfahrer längst am eigenen Leib erfahren hat: Die Versäumnisse der Vergangenheit lassen sich nicht über Nacht korrigieren. Die marode Infrastruktur, jahrzehntelang vernachlässigt und kaputtgespart, fordert nun ihren Tribut. Verkehrsminister Schnieder formuliert es diplomatisch: „Viele Maßnahmen, wie die Modernisierung des Netzes, brauchen Zeit."

Symbolpolitik statt Strukturreform?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Symbolpolitik betrieben wird. Während die grundlegenden Probleme des Konzerns – die marode Infrastruktur, die aufgeblähte Bürokratie, die ineffizienten Strukturen – weiter schwelen, soll der Bürger mit sauberen Bahnsteigen und frisch gestrichenen Wänden besänftigt werden. Insgesamt 140 Millionen Euro sind für drei Sofortprogramme eingeplant, die neben Sauberkeit und Sicherheit auch bessere Kundeninformation und mehr Komfort in den Zügen versprechen.

Die Deutsche Bahn ist in der öffentlichen Wahrnehmung längst zum Sinnbild staatlichen Versagens geworden. Ein Staatskonzern, der Milliarden verschlingt und dennoch nicht in der Lage ist, seine Kernaufgabe zu erfüllen: Menschen zuverlässig von A nach B zu bringen. Dass nun ausgerechnet Putzkolonnen und Sicherheitspersonal das ramponierte Image aufpolieren sollen, wirkt wie der verzweifelte Versuch, wenigstens irgendetwas vorweisen zu können.

Ein Konzern unter Druck

Evelyn Palla, seit Oktober Vorsitzende des Bahn-Vorstands, steht vor einer Herkulesaufgabe. Die ehemalige DB-Regio-Chefin hat umfangreiche Reformpläne angekündigt und bezeichnet 2026 als „Jahr des Konzernumbaus und der Stabilisierung der Qualität". Ob es ihr gelingt, den schwerfälligen Staatskonzern auf Kurs zu bringen, bleibt abzuwarten. Die Skepsis ist berechtigt, denn ähnliche Ankündigungen hat man von ihren Vorgängern bereits zur Genüge gehört.

Die Bürger jedenfalls haben das Vertrauen in die Bahn längst verloren. Und ein paar saubere Bahnhöfe werden daran wenig ändern, solange die Züge weiterhin verspätet oder gar nicht kommen. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, die notwendigen Strukturreformen anzugehen – anstatt sich mit kosmetischen Maßnahmen zufriedenzugeben, die bestenfalls den ersten Eindruck verbessern, aber das eigentliche Problem nicht lösen.

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