
Attentat auf Putin-Vertrauten: Hochrangiger Geheimdienstgeneral in Moskau niedergeschossen
Die russische Hauptstadt wird von einem spektakulären Anschlag erschüttert. Generalleutnant Wladimir Alexejew, einer der mächtigsten Männer im russischen Sicherheitsapparat und enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, wurde am Freitag in einem Moskauer Wohngebäude durch mehrere Schüsse in den Rücken schwer verletzt. Der 64-jährige Stellvertretende Leiter des berüchtigten Militärgeheimdienstes GRU kämpft nun in einem städtischen Krankenhaus um sein Leben.
Hinterhältiger Angriff im Nordwesten Moskaus
Der Anschlag ereignete sich nach Angaben des russischen Ermittlungsausschusses an der Wolokolamskoje-Chaussee im Nordwesten der Metropole. Ein bislang unbekannter Täter soll dem General mehrfach in den Rücken geschossen haben und anschließend unerkannt geflohen sein. Die Behörden hüllen sich in Schweigen – weder zum genauen Gesundheitszustand des Opfers noch zu möglichen Motiven oder Verdächtigen wurden bislang Informationen preisgegeben.
Dass ein derart hochrangiger Offizier mitten in Moskau attackiert werden kann, wirft ernsthafte Fragen über die Sicherheitslage in der russischen Hauptstadt auf. Swetlana Petrenko, Sprecherin des russischen Ermittlungskomitees, bestätigte lediglich die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen versuchten Mordes.
Wer ist der Mann, auf den geschossen wurde?
Wladimir Alexejew ist kein gewöhnlicher Militär. Seine Karriere begann in den gefürchteten Speznas-Spezialeinheiten, bevor er 1984 die Höhere Luftlande-Kommandoschule in Rjasan absolvierte. Über die Jahre stieg er bis zum Leiter der Geheimdienstdirektion im Hauptquartier des Moskauer Militärbezirks auf und wechselte schließlich in den Zentralstab des GRU – jener Organisation, die für einige der spektakulärsten Geheimdienstoperationen Russlands verantwortlich gemacht wird.
Für seinen Einsatz während der russischen Militärintervention im syrischen Bürgerkrieg wurde Alexejew mit dem höchsten Ehrentitel ausgezeichnet, den Russland zu vergeben hat: „Held der Russischen Föderation". Eine Auszeichnung, die nur wenigen zuteil wird und die enge Verbindung zum Kreml unterstreicht.
Schlüsselfigur im Ukraine-Konflikt
Nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 identifizierten westliche Sicherheitskreise Alexejew als den ranghöchsten Militärgeheimdienstoffizier, der für den gesamten Ukraine-Komplex zuständig ist. Eine Position von enormer strategischer Bedeutung, die ihn automatisch ins Fadenkreuz verschiedenster Interessengruppen rückt.
Besondere Aufmerksamkeit erregte der General im Juni 2023, als er während der kurzzeitigen Rebellion der Wagner-Söldnertruppe öffentlich in Erscheinung trat. Mit scharfen Worten verurteilte er die Aktionen der Gruppe als „Putsch" und als „Stich in den Rücken des Landes und des Präsidenten". Kurz darauf war er in Rostow am Don an den Verhandlungen mit dem inzwischen verstorbenen Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin beteiligt.
International längst auf dem Radar
Alexejew ist im Westen alles andere als unbekannt. Die Vereinigten Staaten belegten ihn mit Sanktionen wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei Cyberangriffen und der Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016. Die Europäische Union setzte ihn bereits 2019 im Zusammenhang mit der Vergiftung des früheren russischen Doppelagenten Sergei Skripal und dessen Tochter Julia im britischen Salisbury auf ihre Sanktionsliste.
Ob der Anschlag in einem politischen oder sicherheitsrelevanten Zusammenhang steht, bleibt vorerst im Dunkeln. Die russischen Behörden betonen gebetsmühlenartig, die Ermittlungen dauerten an. Doch eines ist gewiss: Wenn selbst die engsten Vertrauten Putins in der Hauptstadt nicht mehr sicher sind, dann brodelt es gewaltig unter der Oberfläche des russischen Machtapparats.

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