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Unternehmensverkauf: 8 wichtige Tipps für Ihre Geldanlage danach

Sie haben Ihr Unternehmen verkauft und gehen womöglich in den Ruhestand. Doch wie legen Sie das Geld sicher an? 8 Tipps für die Geldanlage nach dem Firmenverkauf.

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Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Tipp 1: Stellen Sie einen Finanzplan auf!
  • Tipp 2: Investieren Sie in Sachwerte!
  • Tipp 3: Verfolgen Sie eine passive Anlagestrategie und spekulieren Sie nicht!
  • Tipp 4: Investieren Sie klug in Edelmetalle!
  • Tipp 5: Investieren Sie in Aktien-ETFs!
  • Tipp 6: Seien Sie vorsichtig bei Immobilien!
  • Tipp 7: Bleiben Sie diszipliniert und halten Sie sich an den Finanzplan!
  • Tipp 8: Bilden Sie sich über Finanzen, Edelmetalle und Börse weiter!

Tipp 1: Stellen Sie einen Finanzplan auf!

Machen Sie sich Gedanken, wie Ihr weiteres Leben aussehen soll. Schätzen Sie die monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Mit dem Erlös eines Firmenverkaufs könnten Sie der finanziellen Freiheit näher sein, als Sie vermuten! Sie dürften eventuell bloß nicht auf zu großem Fuß leben.

Ein Beispiel:

  • Sie haben Ihr Unternehmen für 3 Mio. Euro verkauft. 
  • Sie legen das Geld nach der Drei-Speichen-Regel an (siehe Tipp 2). Sie erzielen eine durchschnittliche Jahresrendite von 1,5 Prozent nach Steuern, Inflation und den Nebenkosten der Anlage.
  • Dann können Sie sich monatlich eine Rente von 3720 Euro auszahlen, ohne das Vermögen von 3 Mio. Euro aufzubrauchen.
  • Wenn Sie die Rente über 60 Jahre hinweg beziehen, könnten Sie sich 4579 Euro pro Monat auszahlen und an Ihre Kinder 2 Mio. Euro vererben.

Sie können Ihre Rente mit diesem Rechner schätzen. Die Nettorendite von 1,5 Prozent ist durchaus wahrscheinlich auf lange Sicht. Etwa stieg der Weltaktienindex MSCI World um 7,2 Prozent seit dem Jahr 1971. Der Goldpreis stieg – seit Ende der Goldbindung des US-Dollars – von 35 auf durchschnittlich 1770 US-Dollar im Jahr 2020. Das sind 8,4 Prozent pro Jahr. Die Inflation lag laut den offiziellen Zahlen bei rund 2 Prozent in den vergangenen 25 Jahren.

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Tipp 2: Investieren Sie in Sachwerte!

Anleihen und Bankguthaben sind gerade keine gute Wahl, da die Inflation die Zinsen auffrisst. Die EZB peilt eine Inflationsrate von 2 Prozent pro Jahr an. Wer also 200.000 Euro auf einem Konto parkt, hat nach drei Jahren eine Kaufkraft von 188.500 Euro. Deswegen empfehlen wir Sachwerte, die im Preis steigen, wenn die Inflation anzieht. Sie können sich an der Drei-Speichen-Regel orientieren: Je ein Drittel fließt in Aktien, Edelmetalle und Immobilien. Gerade jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt, um in Gold und Silber zu investieren:

  • Auf den Immobilienmärkten liegt eine Blase vor (siehe Tipp 6)
  • Auch Aktien sind teilweise überbewertet, etwa US-Technologiewerte.
  • Die Zentralbanken werden die Zinsen weiter unter der Inflationsrate halten müssen, auch wenn sie eine Zinserhöhung ankündigen. Historisch gesehen war es so, dass der Goldpreis stieg, wenn die Inflationsrate höher war als die Zinsen. Anleger gingen dann aus Anleihen und Bankguthaben heraus. 
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Tipp 3: Verfolgen Sie eine passive Anlagestrategie!

Die meisten Privatanleger und Fondsmanager schneiden über lange Zeiträume schlechter als ein Index ab (siehe Tipp 7). Der Grund: Die Zukunft ist ungewiss und kann von niemandem genau vorausgesagt werden. Wann ein Aktienkurs steigt oder fällt, wissen auch professionelle Investoren nicht. Deswegen sollten Sie erst gar nicht versuchen, den Markt zu schlagen und klüger als die große Mehrheit zu sein. In den allermeisten Fällen wird Sie das bloß Geld kosten.

Stattdessen sollten Sie Ihr Portfolio unangetastet lassen – selbst wenn in einem Wirtschaftscrash die Kurse einbrechen. Das einzige, was Sie gelegentlich tun, ist sogenanntes Rebalancing. Wenn etwa die Aktienkurse steigen, dann wächst auch der Aktienanteil in Ihrem Portfolio. Sie verkaufen dann Aktien und kaufen Edelmetalle oder Immobilien, die vergleichsweise günstig sind. Nach dem Rebalancing sollte der Anteil aller Anlageklassen wieder bei 33 Prozent liegen. Es gibt zwei verschiedene Vorgehensweisen:

  • Methode 1: Sie schichten das Vermögen einmal pro Jahr an einem bestimmten Tag um, etwa immer zum 1. Januar. 
  • Methode 2: Sobald eine Anlageklasse mehr als 40 Prozent bzw. weniger als 26 Prozent Anteil hat, schichten Sie um. 

Variante 2 ist etwas risikoreicher und bietet sich eher zum Vermögensaufbau an. Variante 1 empfiehlt sich für die Entnahmephase. Vorteil der passiven Anlagestrategie: Haben Sie Ihr Portfolio einmal aufgebaut, müssen Sie sich kaum mehr darum kümmern. 

Geldanlage nach einem Unternehmensverkauf
Chess board game, Concept for business strategy and tactic battle / khak /via shutterstock

Tipp 4: Investieren Sie klug in Edelmetalle!

Der große Vorteil von Gold und Co. ist, dass sie gegen extreme Ereignisse schützen. Egal ob Blackout, Naturkatastrophe, Hyperinflation, Weltkrieg oder Sonnensturm, Gold wir in allen Szenarien seinen Wert behalten. Es ist praktisch unzerstörbar, hält ewig und ist seit Tausenden von Jahren Tauschmittel. Deswegen empfehlen sich physische Edelmetalle als Krisenschutz anstatt Papiergold wie Zertifikate. Die Vorteile von Edelmetallen sind:

  • Sie schützen vor steigenden Inflationsraten.
  • Gold hat eine geringe Korrelation zu Aktien. Fallen die Aktienkurse, dann stagniert oder steigt meist der Goldkurs. Das sichert ein Portfolio gegen Wertschwankungen ab.
  • Kursgewinne auf Gold und Silber sind ab einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Auf Gold fällt keine Mehrwertsteuer an.
  • Edelmetalle sind ein leicht verständliches Investment, für das Sie kein Expertenwissen über Finanzen brauchen.
  • Gold und Silber sparen Zeit. Nach dem Kauf müssen Sie sich nicht mehr kümmern. Bei einer Immobilie etwa fällt viel Arbeit mit den Mieterbelangen und der Instandhaltung an. 
  • Sie können Gold und Silber im Wert von bis zu 1999,99 Euro anonym kaufen. Danach muss der Verkäufer Ihre Personalien aufnehmen, aber löscht Sie nach fünf Jahren wieder. Ihre Daten gehen lediglich an die Behörden, falls ein konkreter Verdacht auf Geldwäsche besteht. 
  • Edelmetalle werden weltweit akzeptiert und sind mobil. Sie könnten Ihren Edelmetallbestand im Garten vergraben, ohne dass jemand davon weiß.
  • Edelmetalle haben kein Gegenparteirisiko. Staaten, Banken und Versicherungen können pleite gehen. Eine Anleihe, Aktien oder Bankguthaben können ganz oder teilweise an Wert verlieren. Gold und Silber waren über Jahrtausende hinweg immer wertvoll.
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Ratschlag: Wir raten zu einem Portfolio von 80 Prozent Gold und 20 Prozent Silber. Kleine Bestände können Sie zuhause lagern. Bei Gold bieten sich 1-Unze-Anlagemünzen wie Krügerrand oder Maple Leaf an. Bei Silber können Sie 1-Unze-Münzen oder Münzbarren kaufen. Edelmetallbestände über 10.000 Euro sollten Sie im Ausland einlagern lassen. Tipps: 

  • Verstecken Sie die Hausbestände. Wie Sie das anstellen, erklären wir in diesem Video
  • Sie können die Edelmetalle auch über die Hausratversicherung versichern.
  • Lassen Sie große Goldbestände wie Barren im Ausland einlagern, etwa in der Schweiz. Damit streuen Sie Ihr Vermögen auch geografisch. 
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Tipp 5: Investieren Sie in Aktien-ETFs

Aktien haben über sehr lange Zeiträume die höchsten Renditen erzielt. Es macht also für fast jeden Anleger Sinn, an der Börse zu investieren. Viele begehen aber einen großen Fehler: Sie kaufen Einzelaktien oder Anteile an einem aktiven Fonds, anstatt in sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds) zu investieren. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die einen Index wie den Dax oder den S&P 500 nachbilden. Die Vorteile:

  • ETFs haben sehr geringe Nebenkosten von bis zu 0,5 Prozent des angelegten Vermögens. Das ist deutlich weniger als bei aktiven Fonds oder Immobilien.
  • ETFs erzielen mehr Rendite als 80 bis 90 Prozent der Fondsmanager und Privatanleger. 
  • ETFs haben eine extrem breite Streuung. Wenn ein Land, eine Branche oder ein Unternehmen in eine Krise schlittert, sind Sie kaum betroffen. Mit einem ETF zu den Indizes „MSCI All Country World“ oder „FTSE All World“ sind Sie an bis zu 3000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern beteiligt. 
  • ETFs benötigen wenig Zeit und Finanzkenntnisse. Bei Einzelaktien sollten Sie Bilanzen lesen können und genauere Recherchen über Unternehmen anstellen. 
  • Die ETF-Anteile sind liquide, weil Sie sie an der Börse jederzeit verkaufen können.

Ratschlag: Investieren Sie in physische ETF ohne Wertpapierleihe. Das sind ETFs, die die Aktien im Index tatsächlich kaufen und nicht verleihen. 

Tipp 6: Seien Sie vorsichtig bei Immobilien!

Immobilien sind grundsätzlich ein gutes Investment. Aber jetzt ist kein idealer Zeitpunkt, um einzusteigen. Die Preise könnten in den kommenden Jahren deutlich fallen, weil sich vielerorts eine Blase gebildet hat. Die Gründe:

  • Die EZB hat die Hypothekenzinsen auf ein Rekordtief gedrückt. Sobald die Zentralbank die Zinsen anhebt, könnten viele Häuslebauer nicht mehr in der Lage sein, den Kredit zu tilgen.
  • Ab dem Jahr 2025 könnte die Wohnungsnachfrage aufgrund der demographischen Entwicklung sinken. Dann sind die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge, die momentan die Nachfrage in den Städten nach oben treiben, mit Wohnraum versorgt.
  • Selbst die Bundesbank warnt vor einer Blase. Die Preise in den Städten lägen „zwischen 15% und 30% über dem Wert, der durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist“, heißt es im Monatsbericht vom Februar 2021. 
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Tipp 7: Bleiben Sie diszipliniert!

Bleiben Sie bei Ihrer Anlagestrategie und verkaufen Sie nicht Teile des Portfolios, weil die Kurse einbrechen. Wer in einem Börsencrash bei einem Minus von 40 Prozent verkauft, zementiert seine Verluste. Bislang haben sich Vermögensgüter immer erholt und sind auf neue Höchststände gestiegen. 

Tipp 8: Bilden Sie sich weiter!

Vertrauen Sie in erster Linie auf Ihr eigenes Urteil anstatt auf Finanzberater oder Freunde. Sie erhalten oft bloß überteuerte Produkte, an denen der Berater kräftig über Provisionen verdient. Wenn Sie sich selbst kümmern, machen Sie sich nicht bloß unabhängig von anderen. Sie sparen auch bares Geld. 

Fazit

  • Erstellen Sie einen Finanzplan und halten Sie sich diszipliniert daran. 
  • Investieren Sie in Sachwerte gemäß der Drei-Speichen-Regel. Das bedeutet, je ein Drittel des Geldes aus dem Firmenverkauf fließt in Aktien, Edelmetalle und Immobilien. 
  • Verfolgen Sie eine passive Anlagestrategie. Warten Sie nicht auf den „richtigen“ Zeitpunkt, um eine Aktie oder Edelmetalle zu kaufen oder verkaufen, sondern betreiben Sie Rebalancing. 
  • Kaufen Sie physische Edelmetalle. Wir empfehlen 80 Prozent Gold und 20 Prozent Silber. Kleine Bestände können Sie zuhause verstecken. Alles darüber hinaus können Sie im Ausland einlagern lassen. 
  • Investieren Sie in Aktien über sogenannte ETFs. Diese erzielen in der Regel höhere Renditen als aktive Fonds oder Einzelaktien. 
  • Vorsicht Immobilienblase!
  • Informieren Sie sich selbst über Finanzen und Edelmetalle. Vertrauen Sie nicht blindlings dem Rat von Freunden oder Beratern. 
Dominik Kettner
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