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Kettner Edelmetalle

Bankguthaben in Gefahr: Wie Inflation Ihre Ersparnisse aufzehrt

25.09.2026PodcastKettner EdelmetalleBegleittext KI-generiert

Es ist ein Morgenritual von Millionen Deutschen: Das Smartphone entsperren, die Banking-App öffnen, einen kurzen Blick auf den Kontostand werfen. 50.000 Euro. 120.000 Euro. Vielleicht 200.000 Euro. Die Zahl leuchtet beruhigend auf dem Display, und der Gedanke folgt fast automatisch: Das ist mein Geld. Es ist sicher. Doch genau hier beginnt ein folgenschweres Missverständnis, auf das kaum jemand hinweist, weder die Hausbank noch die großen Leitmedien.

Der Ökonom Prof. Dr. Thorsten Polleit, einer der profiliertesten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie im deutschsprachigen Raum, empfiehlt seit über einem Vierteljahrhundert das Halten von Gold und Silber. Im Gespräch bei Kettner Edelmetalle zerlegt er die bequeme Illusion vom sicheren Bankguthaben mit bemerkenswerter Nüchternheit. Seine Analyse wirkt unbequem, aber sie ist ökonomisch präzise und für jeden Sparer ein Weckruf.

Die Zahl, die alles verrät: Aus 100 wurden 69

Beginnen wir mit einer simplen Rechnung. Wer im Jahr 2008 einen Hundert-Euro-Schein in die Schublade gelegt hat, hält heute nominell immer noch 100 Euro in der Hand. Real, gemessen an dem, was man dafür kaufen kann, sind es jedoch nur noch rund 69 Euro. Fast ein Drittel der Kaufkraft hat sich verflüchtigt, still, schleichend und ohne dass jemand einen Einbruch bemerkt hätte.

Trotzdem hält sich hierzulande ein hartnäckiger Glaube: Inflation sei ein vorübergehendes Phänomen, eine Art Betriebsstörung, die die Europäische Zentralbank früher oder später wieder in den Griff bekommt. Polleit widerspricht diesem Glauben fundamental. Die Geldentwertung ist für ihn kein Zufall und kein Unfall. Sie ist Konstruktionsprinzip.

„Das ist also ein eingebauter Mechanismus im Fiatgeldsystem, dass die Kaufkraft des Geldes verfällt im Zeitablauf. Also die Güterpreise ansteigen und man entsprechend immer weniger Güter bekommt im Tausch für sein Geld."

Geld aus dem Nichts

Um zu verstehen, warum das so ist, muss man einen Blick unter die Motorhaube unseres Geldsystems werfen. Der Euro ist, wie praktisch alle modernen Währungen, sogenanntes Fiatgeld. Das lateinische „fiat" bedeutet „es werde", und genau so entsteht dieses Geld: per Beschluss, per Buchungssatz, aus dem Nichts.

Zwei Akteure sind dabei entscheidend:

  • Die Zentralbank – im Euroraum die EZB – schafft Geld durch Kreditvergabe an Geschäftsbanken und durch den Ankauf von Wertpapieren.
  • Die Geschäftsbanken erzeugen ebenfalls neues Geld, indem sie Kredite an Unternehmen, Privatleute und Staaten vergeben.
  • Das Ergebnis: Die Geldmenge wird chronisch ausgeweitet, und zwar deutlich stärker, als die Menge an Gütern und Dienstleistungen wächst.
  • Die Folge: Nach einer ökonomischen Gesetzmäßigkeit steigen die Güterpreise im Zeitablauf, jeder Euro kann weniger kaufen.

Das Bemerkenswerte an Polleits Analyse ist, dass er diesen Prozess nicht als bedauerlichen Nebeneffekt beschreibt, sondern als willentlich eingerichtet. Profiteure gibt es nämlich durchaus: der Staat, der sich günstig verschulden kann, staatsnahe Großindustrie und die Finanzbranche, die als Erste Zugang zum frisch geschaffenen Geld erhält. Die Rechnung zahlt, wie so oft, die breite Bevölkerung, also Sparer, Rentner und Arbeitnehmer, deren Löhne und Guthaben der Preisentwicklung hinterherhinken.

Wenn der Staat die Zinsen nicht mehr stemmen kann

Die zweite große Baustelle ist eng mit der ersten verknüpft: die ausufernde Staatsverschuldung. Weltweit steigen die öffentlichen Schulden, und zwar nicht nur absolut, sondern auch relativ zur Wirtschaftsleistung. Ein Land, das Polleit besonders hervorhebt, liegt direkt vor unserer Haustür.

Das Beispiel Frankreich

In Frankreich hat die Schuldenlast inzwischen etwa 120 Prozent des Volkseinkommens erreicht. Seit rund 40 Jahren hat Paris keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorgelegt. Solange die Zinsen niedrig waren, ließ sich das kaschieren. Doch jetzt steigen die Kapitalmarktzinsen, und mit ihnen die Zinslast, die am Ende die Nettosteuerzahler schultern müssen.

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, was das für den Euroraum bedeutet. Frankreich ist nicht Griechenland. Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion. Gerät Paris ins Wanken, steht das gesamte Euro-Konstrukt auf dem Prüfstand.

Die vier Auswege, keiner davon angenehm

Kann ein Staat seinen Schuldendienst nicht mehr leisten, bleiben ihm im Wesentlichen folgende Optionen:

  1. Umschuldung: Laufzeiten werden verlängert, etwa von zehn auf zwanzig Jahre, oder die Zinskupons werden gesenkt. Für Anleihegläubiger ein faktischer Verlust.
  2. Höhere Steuern: Die Steuerschraube wird weiter angezogen, obwohl Deutschland bereits zu den Hochsteuerländern der Welt zählt.
  3. Enteignung: Zugriff auf Finanzvermögen oder Immobilien, sei es über Vermögensabgaben, Zwangsanleihen oder Sonderlasten.
  4. Die Notenpresse: Die Zentralbank kauft Staatsanleihen mit neu geschaffenem Geld, also Monetarisierung der Schulden.

Die vierte Variante ist nach Polleits Einschätzung heute die gängige Praxis, weil sie politisch am bequemsten ist. Niemand muss einen unpopulären Steuerbescheid unterschreiben, niemand muss eine Enteignung öffentlich verkünden. Die Entwertung geschieht leise, über die Preisschilder im Supermarkt.

Die Notenpresse ist die eleganteste Form der Enteignung, weil kaum jemand sie als solche erkennt.

Wie das in der Praxis aussieht, haben wir alle erlebt: Nach Jahren massiver Anleihekäufe durch die EZB rollte eine Inflationswelle über Europa, die die Teuerung im Euroraum zeitweise auf mehr als zehn Prozent trieb. Wer glaubte, das sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen, sollte die Schuldenkurven der Euro-Staaten genau studieren.

Übrigens: Dass die Debatte über eine Rückbindung von Geld an Gold längst nicht mehr nur ein Thema für Außenseiter ist, zeigt ein Blick über den Atlantik. Hintergründe dazu liefert unser Beitrag über goldgedeckte US-Anleihen und eine mögliche Rückkehr zum Goldstandard.

Wem gehört Ihr Bankguthaben wirklich?

Nun zur Kernfrage, die viele Sparer irritiert, sobald sie sie zum ersten Mal zu Ende denken. Wem gehört eigentlich das Geld auf meinem Konto? Die intuitive Antwort lautet: mir. Die juristisch und bilanziell korrekte Antwort ist deutlich ernüchternder.

Ein Bankguthaben ist nach Polleit zunächst einmal eine Verbindlichkeit der Bank gegenüber dem Kunden. Umgekehrt formuliert: Sie als Kunde besitzen keine Geldscheine im Tresor, sondern eine Forderung an Ihre Bank. Ein Versprechen, Ihnen den Betrag auf Verlangen auszuzahlen.

So entsteht Ihr Guthaben

Der Weg des Geldes lässt sich vereinfacht so nachzeichnen:

  • Ein Unternehmen nimmt bei einer Bank einen Kredit auf.
  • Die Bank bucht auf der Aktivseite ihrer Bilanz eine Kreditforderung gegenüber der Firma ein.
  • Gleichzeitig schreibt sie der Firma den Betrag auf deren Girokonto gut: Neues Geld ist entstanden.
  • Die Firma zahlt damit Löhne, Lieferanten, Mieten, das Geld wandert von Hand zu Hand.
  • Irgendwann landet es als Einlage bei einem Sparer, vielleicht bei Ihnen.

Das Guthaben auf Ihrem Konto ist also letztlich per Kredit erzeugtes Geld, und es unterliegt einem Risiko, das die wenigsten im Blick haben: dem Zahlungs- oder Kreditausfallrisiko der Bank. Ist das Institut nicht mehr in der Lage, seine Verpflichtungen zu erfüllen, wird aus dem beruhigenden Kontostand plötzlich eine Forderung im Insolvenzverfahren.

Gewiss, es gibt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Doch man sollte sich keine Illusionen machen: Diese Sicherung ist für Einzelfälle konzipiert, nicht für eine systemische Krise, in der mehrere große Institute gleichzeitig ins Straucheln geraten. Wer garantiert dann für die Garanten?

Ein Bankguthaben ist ein Versprechen. Gold in der eigenen Hand ist kein Versprechen, sondern Eigentum.

Gold: Eigentum statt Versprechen

Genau hier liegt der fundamentale Unterschied zu physischen Edelmetallen. 50.000 Euro in Gold, die Sie tatsächlich besitzen, hängen von keiner Bankbilanz ab, von keiner Zentralbankentscheidung und von keinem Zahlungsversprechen. Gold hat kein Gegenparteirisiko. Es ist die älteste Währung der Menschheit und hat jede Papierwährung überlebt, die jemals gegen es angetreten ist.

Hinzu kommen in Deutschland handfeste Vorteile: Anlagegold ist von der Mehrwertsteuer befreit, und Gewinne aus dem Verkauf physischen Goldes bleiben nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei. Ein Detail, das gerade angesichts der steigenden Steuerlast nicht zu unterschätzen ist.

Entscheidend ist dabei die Form. Wer auf Zertifikate oder andere Konstruktionen setzt, hält im Zweifel wieder nur eine Forderung, also genau das, was man eigentlich vermeiden wollte. Warum diese Frage gerade jetzt so relevant ist, beleuchtet unser Artikel Papiergold im Comeback: Europas Anleger greifen zu.

Klassiker für den Vermögensschutz

Wer in physisches Gold investieren möchte, findet eine breite Auswahl an bewährten Produkten. Besonders gefragt sind international bekannte Goldmünzen, die weltweit anerkannt und entsprechend liquide sind:

Wer größere Summen effizient anlegen möchte, greift häufig zu Goldbarren, die in der Regel ein günstigeres Preis-Gewichts-Verhältnis bieten. Historisch interessierte Anleger schätzen zudem Umlaufmünzen wie das Vreneli Gold 20 Franken, ein Stück Schweizer Währungsgeschichte aus einer Zeit, als Geld noch aus Gold bestand.

Warten auf die Krise? Ein gefährlicher Denkfehler

Viele Sparer haben sich eine vermeintlich clevere Strategie zurechtgelegt: „Wenn die Krise wirklich kommt, schichte ich um." Polleit, der mehrere Finanzkrisen aus nächster Nähe erlebt hat, hält davon wenig. Sehr wenig sogar.

„Wenn die Krise tatsächlich in voller epischer Breite sich zeigt, dann ist es in der Regel zu spät zu reagieren. Man ist also gut beraten, vorausschauend sein Depot umzustrukturieren."

Der Grund ist banal und zugleich brutal: In Paniksituationen wollen alle gleichzeitig dasselbe. Die Nachfrage nach physischem Gold und Silber kann dann nur schwerlich bedient werden. Lieferzeiten verlängern sich, Aufgelder steigen, und vor Edelmetallhändlern bilden sich lange Warteschlangen. Wer das schon einmal erlebt hat, weiß: In diesem Moment ist Gelassenheit ein Luxus, den sich nur diejenigen leisten können, die vorgesorgt haben.

3 Billionen Euro im Kaufkraftverlust

Besonders deutlich wird Polleit beim Thema Termin- und Spareinlagen. Die Deutschen parken dort nach wie vor mehr als 3 Billionen Euro, Geld, das kaum verzinst wird und nach Abzug der Inflation einen negativen Realzins trägt. Jahr für Jahr verliert dieses gigantische Vermögen an Kaufkraft. Sein Urteil ist unmissverständlich: Hier bestehe für die meisten Menschen akuter Handlungsbedarf.

Und noch einen Punkt spricht er offen an: Die Probleme im internationalen Finanzsystem würden derzeit geflissentlich unter der Decke gehalten. Im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren thematisierten viele Journalisten die wachsenden Risiken kaum noch. Für Anleger heißt das: Eigenverantwortung übernehmen, unabhängige Quellen suchen, sich selbst informieren. Wie schnell öffentliche Debatten über Gold in Schieflage geraten können, zeigt übrigens auch der Fall eines Influencers, der sich mit dem Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz vor laufender Kamera blamierte.

Rücksetzer beim Goldpreis: Angststarre oder Chance?

Gold und Silber haben in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt, unterbrochen von Rücksetzern, wie sie auch zuletzt zu beobachten waren. Und prompt setzt bei vielen die bekannte Angststarre ein. Die einen sagen: „Jetzt ist es zu spät." Die anderen: „Es fällt, ich warte lieber noch." Beide Gruppen haben eines gemeinsam: Ihr Geld liegt währenddessen auf der Bank und verliert still an Wert.

Polleit blickt auf mehr als 25 Jahre zurück, in denen er das Halten von Gold und Silber empfiehlt. In diesem Zeitraum ist der Goldpreis in US-Dollar gerechnet im Durchschnitt um rund 11 bis 12 Prozent pro Jahr gestiegen. Das ist eine historische Betrachtung, keine Garantie für die Zukunft, aber sie zeigt eindrucksvoll, welche Rolle Gold als Kaufkraftspeicher in einer Ära expansiver Geldpolitik gespielt hat. Wie sich der Markt zuletzt technisch stabilisiert hat, lesen Sie in unserer Analyse Gold zittert um die 4.000er-Marke – doch die Bodenbildung hält stand.

Die drei Grundregeln für Edelmetall-Anleger

Aus Polleits Einordnung lassen sich klare Prinzipien ableiten:

  1. Langfristig denken: Nicht auf die nächste Woche oder den nächsten Monat schauen. Gold und Silber kauft man mit einem Horizont von fünf oder zehn Jahren, und das sollte man sich auch mental so zurechtlegen.
  2. Nüchtern einordnen: Ein Blick auf langfristige Trendlinien und die Abweichung des aktuellen Preises davon hilft einzuschätzen, ob Gold gerade „teuer" oder „günstig" ist. Nach Polleits Einschätzung hat der Markt zuletzt korrigiert.
  3. Nicht ablenken lassen: Das kurzfristige Auf und Ab gehört dazu. Wer auf den perfekten Einstiegszeitpunkt wartet, verpasst oft den guten.

Für Polleit ist die aktuelle Phase deshalb die Zeit, Gold- und Silberpositionen auf- und auszubauen, mit Geduld und Weitblick statt mit hektischem Timing.

Kleine Schritte, große Wirkung: So gelingt der Einstieg

Wer jetzt denkt, der Einstieg in physische Edelmetalle sei nur etwas für Vermögende, irrt. Gerade der schrittweise Aufbau über kleinere Stückelungen ist ein bewährter Weg, um den Einstiegszeitpunkt zu streuen und sich von der Frage nach dem „perfekten Moment" zu befreien.

Kleine Einheiten haben zudem einen praktischen Vorteil: Sie lassen sich im Bedarfsfall flexibel veräußern, ohne gleich eine ganze Unze verkaufen zu müssen.

Fazit: Wer vorsorgt, muss in der Krise nicht anstehen

Die Analyse von Prof. Dr. Thorsten Polleit ist keine Panikmache. Sie ist eine kühle Bestandsaufnahme eines Geldsystems, das auf chronischer Geldvermehrung beruht, von Staaten, die ihre Schulden nicht mehr in den Griff bekommen, und von einem Bankensystem, in dem Ihr Guthaben letztlich nur ein Zahlungsversprechen ist.

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Wer sein Vermögen schützen möchte, sollte nicht darauf warten, dass die Krise mit voller Wucht sichtbar wird. Dann sind die Schlangen lang, die Preise angespannt und die Nerven blank. Vorsorge beginnt heute, mit Eigenverantwortung, mit Wissen und mit echtem Eigentum.

Gold hat jede Papierwährung der Geschichte überlebt. Die Frage ist nicht, ob Sie sich das leisten können, sondern ob Sie es sich leisten können, darauf zu verzichten.

Das vollständige Gespräch mit Prof. Dr. Polleit bietet noch weit mehr Tiefe, insbesondere zu seinen Erfahrungen aus vergangenen Finanzkrisen und seiner Sicht auf die Zukunft des Euro. Nehmen Sie sich die Zeit dafür. Und wenn Sie anschließend Fragen zu Ihrer persönlichen Edelmetall-Strategie haben, steht Ihnen das Team von Kettner Edelmetalle mit persönlicher Beratung zur Seite.

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