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Kettner Edelmetalle

Iran-Deal: Netanjahu der Verlierer, Iran der Gewinner

22.06.2026PodcastKettner Edelmetalle

Es gibt Gespräche, die hallen nach. Die einen nicht loslassen, weil sie eine Wahrheit aussprechen, die in den abendlichen Nachrichtensendungen sorgfältig umschifft wird. Das Gespräch mit Dr. Jürgen Todenhöfer – ehemaliger Generalbevollmächtigter eines der größten Medienhäuser Deutschlands, einst rüstungskontrollpolitischer Sprecher der CDU/CSU im Bundestag, später unermüdlicher Reisender in die gefährlichsten Kriegsgebiete dieser Welt – gehört zweifellos in diese Kategorie.

Was er über den jüngsten Iran-Deal, über Netanjahu, über den Krieg in der Ukraine und über die deutsche Außenpolitik sagt, ist unbequem. Es ist provokant. Und es ist eine schonungslose Abrechnung mit einer politischen Klasse, die – so seine These – das Wichtigste vergessen hat: den Auftrag des Grundgesetzes, dem Frieden der Welt zu dienen.

Der Iran-Deal: Ein Sieger, den niemand erwartet hat

Die internationale Bühne ist in Bewegung. Ein Memorandum of Understanding mit dem Iran liegt auf dem Tisch, möglicherweise folgt eine Friedenslösung in der Schweiz. Doch wer ist hier eigentlich der Gewinner? Todenhöfers Antwort überrascht und entlarvt zugleich die Naivität westlicher Berichterstattung.

Also der Sieger heißt Iran und merkwürdigerweise heißt jetzt der Verlierer Netanjahu. Weil Trump hat, als es um seinen eigenen Kopf ging, Netanjahu erstmal fallen gelassen.

Die Logik dahinter ist von brutaler Schlüssigkeit. Donald Trump braucht diesen Deal – nicht aus humanitärer Überzeugung, sondern aus eiskaltem Eigeninteresse. Steigende Ölpreise gefährden seine Wirtschaftspolitik, lassen seine Beliebtheitswerte sinken und drohen, ihm nach den Kongresswahlen die Mehrheit zu kosten. Die Schließung der Straße von Hormus war für ihn, so Todenhöfer, eine strategische Katastrophe, mit der er nicht gerechnet hatte.

Eine Niederlage, auf die niemand vorbereitet war

Besonders aufschlussreich ist die Schilderung der iranischen Strategie. Seit über 40 Jahren, so Todenhöfer, wisse die iranische Führung, dass ein militärischer Schlag droht. Und sie habe sich vorbereitet – nicht mit teuren Flugzeugträgern oder Tarnkappenbombern, sondern mit billigen, hocheffizienten Drohnen, die heute sogar in Amerika nachgebaut würden.

  • Ausschaltung amerikanischer Radaranlagen in den Golfstaaten
  • Angriffe auf US-Militärbasen in Katar, Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten
  • Die Schließung der strategisch entscheidenden Straße von Hormus
  • Bewusste Vermeidung eines aussichtslosen direkten Krieges gegen die USA

Das Fazit dieses geopolitischen Schachspiels ist ernüchternd für den Westen: Die Iraner haben strategisch alles richtig gemacht, die Amerikaner fast alles falsch. Und Benjamin Netanjahu, der jahrzehntelang vom Krieg gegen den Iran träumte, steht plötzlich als der große Verlierer da.

Warum Krisen den Goldpreis treiben

Was hat das alles mit Edelmetallen zu tun? Mehr, als viele denken. Geopolitische Spannungen, Kriege im Nahen Osten, blockierte Handelsrouten und schwankende Ölpreise sind die Treibstoffe der Unsicherheit – und Unsicherheit war seit jeher der natürliche Verbündete des Goldes. Wenn die Straße von Hormus geschlossen wird, wenn die Energiepreise explodieren und ganze Wirtschaftsmodelle ins Wanken geraten, dann zeigt sich, was wirklich Bestand hat.

Gold ist die älteste Währung der Menschheitsgeschichte. Es hat Kriege, Währungsreformen und das Scheitern unzähliger Papierwährungen überlebt – während Politiker kamen und gingen.

Wer in einer Welt voller Konfliktherde Vermögen schützen möchte, greift zu physischen Werten. Ob klassische Goldmünzen wie der Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker, oder solide Goldbarren – die Logik bleibt dieselbe: Was man physisch in der Hand hält, kann kein Politiker per Federstrich entwerten. Auch der Blick auf den internationalen Goldhandel der Großmächte zeigt, wie sehr Staaten selbst auf das gelbe Metall setzen.

Netanjahu: Der Mann, der nur Krieg kann

Todenhöfer wird deutlich, wenn es um den israelischen Premierminister geht. Seine Analyse ist die eines ehemaligen Strafrichters – nüchtern, juristisch, und gerade deshalb so schneidend.

Netanjahu müsste ins Gefängnis wegen Korruption, und der Prozess läuft parallel zum Krieg. Er muss aus seiner Sicht Krieg führen, um nicht ins Gefängnis zu kommen.

Der Mechanismus, den Todenhöfer beschreibt, ist erschreckend simpel. Der laufende Korruptionsprozess zwingt Netanjahu immer wieder vor Gericht. Doch mit dem Verweis auf dringende Angriffsbefehle lässt sich jede Anhörung verzögern. Solange Krieg herrscht, bleibt der Premier in Freiheit. Die Parallele zu seinem Vorgänger Ehud Olmert, der wegen Korruption fast zwei Jahre absaß, drängt sich auf – Israel besitze in solchen Fragen einen erstaunlich konsequenten Rechtsstaat.

Die gefährliche Dynamik der Eskalation

Doch die eigentliche Sorge Todenhöfers gilt der Zukunft. Was, wenn Netanjahu erneut zuschlägt? Was, wenn er bewusst eine Situation provoziert, in der der Iran militärisch reagieren muss – um Trumps Deal zu sprengen? Der Angriff auf den Südlibanon einen Tag vor dem geplanten Abschluss war für ihn ein Warnsignal.

  • Israels erklärtes Ziel sei territoriale Vergrößerung – ein „größeres Israel"
  • Der Südlibanon, Teile Gazas und der Sinai gehören zu diesen Ambitionen
  • Die mächtige israelische Lobby in den USA sichert Trump Mehrheiten und Wahlkampfgelder
  • Netanjahu hat im Oktober Wahlen zu gewinnen – und steht erstmals unter Druck

Wenn Meinungsfreiheit zum Risiko wird

Besonders erschütternd ist Todenhöfers Bericht über die persönlichen Konsequenzen seiner Kritik. Weil er öffentlich sagte, was er denkt, läuft gegen ihn ein Strafverfahren wegen angeblicher Volksverhetzung und „Relativierung des Holocaust" – ein Vorwurf, den er entschieden zurückweist, hat er doch in seinen Büchern stets betont, der Holocaust sei das größte Verbrechen der deutschen Geschichte.

Das Gericht hat angeordnet, dass meine Türen notfalls mit Gewalt aufgebrochen werden, dass all meine Computer beschlagnahmt werden, dass ich durchsucht werde. Und das habe ich früher nie erlebt. Das kenne ich von früher nicht.

Was Todenhöfer hier beschreibt, ist mehr als ein Einzelfall. Es ist ein Symptom. Tausende Menschen, so seine Beobachtung, hätten ähnliche Verfahren am Hals – riskierten Einbürgerung, Arbeitsplatz und Existenz, weil sie auf einer Demonstration einen Satz gerufen haben. Die Frage, die im Raum steht, ist unbequem: Wie frei ist eine Gesellschaft wirklich, in der das Aussprechen einer Meinung zur Gefahr wird?

Der Krieg in der Ukraine: Eine versäumte Friedenschance

Mit derselben Klarheit wendet sich Todenhöfer dem Krieg in der Ukraine zu. Seine Position ist konsequent pazifistisch – und sie speist sich aus eigenem Erleben. Als viereinhalbjähriges Kind erlebte er die Zerstörung seiner Heimatstadt Hanau, später den Algerienkrieg, den sowjetischen Afghanistan-Feldzug und die Gräuel in Gaza.

Es gibt keine anständigen Kriege. Krieg ist so furchtbar, dass man, wenn man ihn einmal erlebt hat, ihn nie wieder will. Frieden ist das höchste Gut.

Seine zentrale These zum Ukrainekrieg dürfte vielen widerstreben – doch sie verdient Gehör. Es habe ein paraphiertes Abkommen in Istanbul gegeben, geschlossen zwischen Abgesandten Putins und Selenskis. Die Kernpunkte: Rückzug russischer Truppen auf die Linien vom 22. Februar und im Gegenzug der Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Beitritt. Eine Lösung, die für Todenhöfer von bestechender Logik war.

Das Bild von der Axt und dem Messer

Um seine Haltung zu Waffenlieferungen zu verdeutlichen, greift Todenhöfer zu einem eindringlichen Gleichnis. Wenn man sehe, wie ein Mann mit einer Axt auf einen Mann mit einem Messer zugehe – renne man dann los, um dem Schwächeren ebenfalls eine Axt zu beschaffen? Jeder würde einen für geistesgestört halten. Man müsse dafür sorgen, dass der Konflikt beendet wird.

Seine Lösungsskizze für einen fairen Frieden umfasst mehrere Punkte:

  1. Verzicht der Ukraine auf NATO-Mitgliedschaft
  2. Verzicht der Ukraine auf EU-Mitgliedschaft
  3. Abzug russischer Truppen aus den nicht eroberten Gebieten
  4. Volksabstimmungen in den umkämpften Regionen über die staatliche Zugehörigkeit
  5. Wiederaufnahme Russlands in die Weltgemeinschaft
  6. Ein Nichtangriffspakt zwischen Russland und Deutschland

Die Heuchelei der deutschen Politik

Scharf kritisiert Todenhöfer die Rhetorik deutscher Verantwortungsträger. Wenn ein Luftwaffenchef öffentlich erkläre, man könne „heute Nacht angreifen" und die Ziele benenne – dann müsse ein solcher Mann gefeuert werden. Doch gefeuert werden müsste er von einem Verteidigungsminister, der selbst gefeuert gehöre.

Ein deutscher Kanzler muss in der Lage sein, für Friedensverhandlungen mit Russland sich mit Putin zu treffen. Und wenn er das nicht kann, dann kann er nicht deutscher Kanzler sein.

Seine Worte über den amtierenden Kanzler sind unmissverständlich. Er sei durch einen „Wahlbetrug" an die Macht gekommen, habe das Versprechen zur Schuldenbremse gebrochen, sei nie in Moskau gewesen und kenne Russland nicht. Über drei Viertel der Deutschen, so Todenhöfer, wollten diesen Mann nicht.

Diplomatie als verlorene Kunst

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der CDU-kritische Todenhöfer Angela Merkel als „ehrlichen Makler" lobt. Sie habe in einem Jahr über hundert Mal mit Putin gesprochen – und solange geredet wurde, herrschte an der Front Ruhe. Heute redet niemand mehr. Das ist vielleicht die bitterste Erkenntnis dieses Gesprächs.

Was bleibt: Eigenverantwortung in unsicheren Zeiten

Was lehrt uns dieses Gespräch über die Welt, in der wir leben? Es lehrt uns vor allem eines: Verlasse dich nicht blind auf die Versprechen der Politik. In einer Welt, in der Kriege als Wahlkampfinstrumente dienen, in der Energiepreise zur strategischen Waffe werden und in der selbst die Meinungsfreiheit ins Wanken gerät, ist finanzielle Unabhängigkeit mehr als ein Luxus – sie ist Notwendigkeit.

Wer die Lehren der Geschichte ernst nimmt, weiß: In Zeiten der Unsicherheit haben sich physische Edelmetalle immer wieder als Anker bewährt. Schon kleine Schritte sind möglich – etwa mit einem 0,1g Goldbarren von Heimerle und Meule oder einer 1g Gold Maple Leaf. Wer mehr investieren möchte, findet im Klassiker 1 Unze Gold Krügerrand 2026 einen weltweit anerkannten Wert.

  • Edelmetalle sind unabhängig von politischen Entscheidungen und Währungsexperimenten
  • Physisches Gold lässt sich nicht durch Inflation entwerten
  • Münzen wie Lunar, Känguru oder China Panda bieten Vielfalt und Sammlerwert
  • Auch der American Eagle und die Britannia gehören zu den beliebtesten Anlagemünzen weltweit

Die globalen Verschiebungen, die Todenhöfer beschreibt, zeigen sich auch andernorts. Wenn Länder wie Guinea beginnen, den Abfluss ihres Goldes zu stoppen, wird deutlich: Die Welt ordnet sich neu. Und Gold steht – wie so oft in der Geschichte – im Zentrum dieser Neuordnung. Auch dubiose Geschichten wie die vom CIA-Beamten, der Millionen in Gold abzweigte, beweisen: Wo Macht und Geld aufeinandertreffen, ist das gelbe Metall nie weit.

Ein Schlusswort, das nachhallt

Am Ende des Gesprächs verweigert Todenhöfer das übliche Schlusswort. Das wolle er erst sprechen, wenn Frieden herrsche. Stattdessen erinnert er an etwas, das viele Politiker offenbar vergessen haben – die Präambel des Grundgesetzes.

Wir alle, auch der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister, sind dem Frieden der Welt verpflichtet. Nicht den USA, nicht Israel, nicht der Waffenindustrie. Wir sind dem Frieden der Welt verpflichtet.

Es ist ein Satz, der weit über die Tagespolitik hinausweist. In einer Welt, die zunehmend von Konflikten, Misstrauen und kurzfristigem Machtkalkül geprägt ist, erinnert er an das, was wirklich zählt: Frieden, Eigenverantwortung und die Fähigkeit, kritisch zu denken. Das vollständige Gespräch mit Dr. Jürgen Todenhöfer lohnt sich – es ist in keiner Sekunde langweilig und fordert zum Nachdenken heraus. Schauen Sie selbst und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

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