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Kettner Edelmetalle

Kayvan Soufi-Siavash über Widerstand, Krieg und Geldpolitik

16.09.2026PodcastHopf & KettnerBegleittext KI-generiert

Es gibt Gespräche, die man nach zehn Minuten zur Seite legt. Und es gibt Gespräche, die man dreimal hört, weil sie in jedem Satz eine Abzweigung anbieten. Das Gespräch zwischen Dominik Kettner und Kayvan Soufi-Siavash – jahrzehntelang bekannt unter seinem Künstlernamen Ken Jebsen – gehört zur zweiten Kategorie. Es geht um den Iran, um Krieg und Frieden, um Propaganda, um gelöschte Kanäle, um Familie, um Gott. Und ganz am Rande, aber mit brutaler Präzision, um das, was dieses Land wirtschaftlich zusammenhält. Oder eben nicht mehr.

Wer glaubt, das sei zu viel für einen Podcast, hat die Logik dieser Zeit nicht verstanden. Alles hängt mit allem zusammen. Die Geldpolitik mit der Kriegspolitik. Die Medienlandschaft mit der Vermögensfrage. Und die Frage, wem Sie vertrauen, mit der Frage, was in Ihrem Safe liegt.

„Der Widerstand ist überall" – warum dieser Satz mehr ist als eine Parole

Soufi-Siavash tourt derzeit mit einem Format namens Sprechstunde. Keine großen Hallen. Keine Bühne. Zwei Barhocker, 150 bis 300 Menschen, Orte, die die Leute selbst vorgeschlagen haben – Mannschaftsheime, Hotelkeller, Vereinsräume. Und jedes Mal kommt jemand aus dem Publikum nach vorne und redet über sich.

„Ich sag Leute, der Widerstand ist überall und nicht nur die üblichen Verdächtigen. Deswegen auch keine großen Hallen, die dann weggekündigt werden, sondern bei dir im Mannschaftsheim. Es ist so wie bei den Urchristen: Die mögen uns nicht. Egal, wir machen es trotzdem."

Das ist die Beobachtung, die man auch als Edelmetall-Beobachter täglich macht. Die Menschen, die heute in Gold gehen, sind nicht die Bankier-Elite mit dem Maßanzug. Es sind Handwerker, Krankenschwestern, Landwirte, Mittelständler. Menschen, die irgendwann gemerkt haben, dass man ihnen etwas erzählt hat, was mit ihrer Lebenswirklichkeit nichts zu tun hat. Der stille Widerstand gegen die Geldentwertung läuft nicht über Demonstrationen, sondern über Anschaffungen.

Der Iran, den wir nicht kennen – und warum das relevant ist

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um jenes Land, das in deutschen Nachrichten seit Jahrzehnten auf ein einziges Wort reduziert wird: Mullahs. Soufi-Siavash, Sohn eines iranischen Vaters mit – man muss es zweimal lesen – 23 Geschwistern, zeichnet ein anderes Bild.

  • Eine Kultur, die deutlich älter ist als jede europäische Staatsbildung – mit den Zoroastriern als geistigem Fundament, von denen laut Soufi-Siavash das Konzept von Gut und Böse stammt, das sich später in der Bibel wiederfindet
  • Ein Land, das in den letzten 200 Jahren kein anderes Land angegriffen hat
  • Eine Gesellschaft, in der ein außergewöhnlich hoher Anteil der Studierenden weiblich ist
  • Die größte jüdische Gemeinde des Nahen Ostens außerhalb Tel Avivs
  • Eine Gastfreundschaft, die – so Kettner aus eigener Reiseerfahrung – für Deutsche kaum nachvollziehbar ist: Gäste, die kommen, nur um die Hand zu schütteln, und die sofort zur nächsten Einladung bitten

Und dann der historische Kern, der in Talkshows nie vorkommt: 1953, der Sturz des demokratisch gewählten Mohammad Mossadegh. CIA, britische Interessen, Öl. Danach der Schah, der Geheimdienst SAVAK, die systematische Ausschaltung der Intellektuellen. Übrig blieben die Kleriker. Die Revolution von 1979 war nicht der Anfang der Geschichte – sie war die Rechnung für eine Kolonialpolitik, die niemand mehr erwähnt.

„Das alles wäre nicht gemacht worden, wenn es da jetzt nicht diese Bodenschätze gäbe."

Man muss diesen Satz nicht mögen, um seine Logik zu erkennen. Rohstoffe sind der Grund, aus dem Landkarten neu gezeichnet werden. Wer das verstanden hat, versteht auch, warum Notenbanken seit Jahren Gold kaufen wie seit den Siebzigern nicht mehr – und warum die Debatte um goldgedeckte US-Anleihen und eine mögliche Rückkehr zum Goldstandard längst keine Nischendiskussion mehr ist.

Wer den Kopf zuerst aus dem Schützengraben hebt

Soufi-Siavash war einer der Ersten, die es getroffen hat. KenFM ging bereits im April 2001 beim RBB auf Sendung – als Rock-'n'-Roll-Format, mit knapp 1.800 Bands in zehn Jahren, Sendungen auf Verkehrsinseln, einem Steinway-Flügel, den Red Bull anlieferte. Dann wurde es politisch. Gespräche über Geldsystem, über NATO-Geheimarmeen, über traumatisierte Bundeswehrsoldaten – „leider ohne Beine, mit 21".

Irgendwann kam der Anruf von außen. Und dann war Schluss.

„Wer so ganz am Anfang seinen Kopf aus dem Schützengraben rausstreckt, der wird immer umgelegt. Ja, ich bin trotzdem dankbar dafür."

Kettner formuliert es im Gespräch treffend: Was bei Soufi-Siavash noch zur Kanallöschung führte, war zwei Jahre später für halb Deutschland sagbar. Der Erste zahlt den Preis. Die Nachkommenden ernten den Raum. Es ist das gleiche Muster, das man bei jeder unbequemen Wahrheit beobachten kann – auch bei der Frage, ob dem Euro-System eigentlich noch etwas anderes zugrunde liegt als politischer Wille.

Die Propaganda-Frage: Wer sind die wahren Magier?

Auf die Frage nach den größten Propagandisten der Geschichte fällt die Antwort schnell und unbequem: Edward Bernays (dessen Buch „Propaganda" 1928 erschien), Gustave Le Bon, die großen Zeitungsmacher, die Vertreter organisierter Religionen – und, unfreiwillig, Hollywood.

Die zentrale Definition sitzt:

„Propaganda ist das Weglassen von Restinformation. Und Demokratie ist die Organisation von Restmacht."

Und dann der Satz, der wirklich hängen bleibt: Du musst nicht wissen, dass du ein Propagandist bist. Wer begeistert mitmacht, ohne zu hinterfragen, wer das Weltbild übernimmt, das man ihm angeboten hat – und dafür Applaus bekommt –, der trägt die Botschaft weiter. Ganz gleich, ob in Uniform, im Redaktionsbüro oder als Anlageberater, der Ihnen erklärt, Bargeld und physische Werte seien „nicht mehr zeitgemäß".

„Alles, was Gott schafft, lebt – alles, was der Mensch schafft, stirbt nicht"

Der stärkste Moment des Gesprächs kommt unerwartet, verpackt in eine theologische Betrachtung. Soufi-Siavash argumentiert: Alles, was in der Natur existiert, ist lebendig, altert, vergeht, wird neu. Alles, was der Mensch erschafft, stirbt nicht – es bleibt, es akkumuliert, es wächst ins Unendliche.

„Alles, was der Mensch macht, was nicht stirbt – da hat noch jemand anders die Finger im Spiel. Das ist das Problem unseres Geldsystems."

Das ist, bei aller spirituellen Verpackung, eine der präzisesten Beschreibungen des Zins- und Schuldgeldsystems, die man hören kann. Geld, das durch Kreditvergabe aus dem Nichts entsteht, muss exponentiell wachsen, um seine eigenen Zinslasten zu tragen. Ein System, das nicht altern darf. Ein System ohne natürlichen Tod – und genau deshalb mit einem unvermeidlichen Kollaps am Ende der Kurve.

Gold hingegen wächst nicht. Gold vermehrt sich nicht durch Beschluss. Die gesamte jemals geförderte Menge passt in einen Würfel von rund 22 Metern Kantenlänge. Das ist keine Ideologie, das ist Physik. Und es ist der Grund, warum physisches Gold seit Jahrtausenden die einzige Währung ist, die keinen Emittenten braucht.

Deutschland wird geshortet

Gegen Ende wird das Gespräch konkret und wirtschaftspolitisch. Nord Stream. Der VW-Abgasskandal als Startschuss einer Abwärtsspirale. Ein Rüstungsunternehmen, das sich in ehemaligen Volkswagen-Hallen in Sachsen-Anhalt einrichtet – offiziell für Transporter, tatsächlich, so die Recherche, für Mörsergranaten und Artilleriegeschosse. Und die Diagnose dahinter:

„Man sagt an der Börse: Die BRD-Firma wird geshortet. Und irgendwann sind wir so pleite, dass der Währungsfonds kommt."

Man mag das für überzeichnet halten. Aber die harten Zahlen erzählen keine andere Geschichte: Deindustrialisierung, Rekordverschuldung, Energiepreise, die jede energieintensive Produktion aus dem Land treiben, eine Notenbank, die zwischen Inflationsbekämpfung und Staatsfinanzierung längst nicht mehr wählen kann. Wer glaubt, das sei ein vorübergehendes Konjunkturthema, unterschätzt die Struktur.

Und genau hier trifft der Satz aus dem Gespräch mit voller Wucht: Das Engagement wächst mit dem Abstand zum Problem. Wir regen uns über Gaza, Kiew und Washington auf – und tun nichts dort, wo wir tatsächlich Handlungsmacht haben. Vor der eigenen Haustür. Im eigenen Depot. Im eigenen Vermögensfundament.

Warum Wahlzettel und Vermögensschutz zwei völlig verschiedene Dinge sind

Die vielleicht bitterste Passage des Gesprächs ist ein Vergleich, den jeder versteht:

„Du holst dir einen voll ausgestatteten Fünfer BMW, und es kommt dann ein 18 Jahre alter Renault an – dann fährst du den ja nicht für Jahre und gibst ihn dann zurück und gehst zu Mercedes. Du sagst: Hey, das ist Betrug. Aber bei einer Partei ist es so: Die bestimmen dein Leben. Du bekommst ein Wahlprogramm, danach macht die nichts – und dann ist das einfach so."

Das ist der Kern der Sache. In keinem anderen Lebensbereich würden wir eine derartige Abweichung zwischen Bestellung und Lieferung akzeptieren. Nur in der Politik. Und deshalb ist die entscheidende Frage nicht, wen Sie wählen – sondern was Sie unabhängig von jedem Wahlergebnis für sich selbst absichern.

Ein Wahlzettel ist eine Forderung an andere. Ein Goldbarren im eigenen Besitz ist eine Entscheidung über sich selbst. Der Unterschied ist nicht klein. Er ist alles.

Was konkret bedeutet das?

  1. Physisch statt Papier. Wer Gold nur als Zertifikat oder ETC hält, hält ein Versprechen, nicht Metall. Warum das ausgerechnet jetzt eine gefährliche Wette ist, zeigt die Entwicklung, über die wir unter dem Titel Papiergold im Comeback – die entscheidende Frage bleibt offen berichtet haben.
  2. Stückelung denken. Nicht jede Krise braucht eine Unze. Kleine Einheiten wie der 0,1-Gramm-Goldbarren von Heimerle und Meule oder ein 1-Gramm-Maple-Leaf machen Edelmetall teilbar und alltagstauglich.
  3. Anlageklassiker als Basis. Weltweit bekannte, jederzeit handelbare Münzen bilden das Rückgrat: der Maple Leaf, der Wiener Philharmoniker als europäischer Standard, der American Eagle, die Britannia oder das Känguru aus der Perth Mint.
  4. Sammlerwert nicht ignorieren. Serien wie der Lunar oder der China Panda verbinden Materialwert mit begrenzten Auflagen.
  5. Barren für den Kern. Wer größere Summen strukturieren will, kommt an Goldbarren nicht vorbei – klar, effizient, LBMA-zertifiziert.

Wer eine besondere Verbindung zur deutschen Geldgeschichte sucht – und nach allem, was in diesem Gespräch über Souveränität gesagt wurde, ist das kein Zufall –, findet sie in Ausgaben wie der 0,5 Gramm Gold Deutsche Mark 2026 in Reverse Proof mit einer Auflage von nur 1.000 Stück oder im 0,5 Gramm Gold Deutscher Adler. Wer es klassisch und groß mag: Der 1 Unze Gold Krügerrand 2026 ist die Münze, die den modernen Goldanlagemarkt überhaupt erst erfunden hat.

Bewunderer oder Nachahmer – die Frage, um die es wirklich geht

Der intellektuell schärfste Gedanke des Gesprächs hat mit Geld zunächst nichts zu tun und trifft dann doch genau ins Zentrum. Soufi-Siavash weist darauf hin, dass alle heute verehrten Widerständler – die Geschwister Scholl, Rosa Parks, Martin Luther King – zu ihrer Zeit verfolgt, verprügelt, getötet wurden. Heute hängen ihre Namen auf Gedenktafeln. Warum?

„Du gehst an denen vorbei und denkst: Wenn ich damals gelebt hätte, so mutig wäre ich gewesen – während du in der Gegenwart total passiv bleibst. Weil du sollst nämlich ein Bewunderer werden und kein Nachahmer."

Bewunderer statt Nachahmer. Das ist die eleganteste Form der Entmündigung, die man sich denken kann. Und sie funktioniert im Finanziellen genauso wie im Politischen. Wir bewundern diejenigen, die 2008 rechtzeitig gehandelt haben. Wir bewundern die Generation, die 1948 mit der Währungsreform alles verlor und trotzdem weitermachte. Wir bewundern – und bleiben sitzen.

Dabei ist die Gegenwart der einzige Ort, an dem Handeln überhaupt möglich ist. Auch das kommt im Gespräch klar heraus: „Deswegen hat Deutschland auch keine Zukunft. Nur jetzt. Alle Leute, die ich gut finde, die etwas geleistet haben, haben das jetzt getan."

Die Familie als kleinste souveräne Einheit

Noch ein Thema, das man in einem Podcast über Geopolitik nicht erwartet: Geburt, Kindheit, Vaterrolle. Soufi-Siavash erzählt von einer 22-jährigen Frau, die mit ihrem einen Monat alten Baby auf die Bühne kam und von einer Klinikgeburt berichtete, bei der sie sich der Apparatemedizin ausgeliefert fühlte. Und er formuliert eine These, die vielen unangenehm sein wird:

„Jede Frau hat das Recht auf einen Kita-Platz – das heißt: Der Staat möchte möglichst früh Zugriff auf dein Kind. Wenn unsere Kinder es mal besser haben sollen als wir, dann ist das Beste, dass das Kind in den ersten drei Jahren so viel Zeit wie möglich mit seiner Mutter und seinem Vater verbringt."

Man kann das diskutieren. Aber der dahinterliegende Gedanke ist unbestreitbar: Die Familie ist die kleinste souveräne Einheit einer Gesellschaft. Wer sie schwächt, schwächt die Fähigkeit von Menschen, unabhängig zu denken und unabhängig zu wirtschaften. Und wer Vermögen über Generationen sichern will – real, physisch, außerhalb des Bankensystems –, tut das nicht für sich, sondern für genau diese Einheit.

Fazit: Zwischen Weltdeutung und Werkbank

Dieses Gespräch ist kein Nachrichtenbeitrag. Es ist ein Angebot, die eigene Brille abzunehmen – jene Brille, von der Soufi-Siavash sagt, dass die Kultur sie uns aufgesetzt hat. Es geht um den Iran, ja. Um Corona, um Krieg, um Zensur. Aber vor allem geht es um die Frage, ob Sie Ihr Leben von außen deuten lassen oder von innen gestalten.

Für alle, die an dieser Stelle konkret werden wollen: Der Goldmarkt hat in den letzten Monaten eindrucksvoll gezeigt, wie belastbar er geworden ist. Wie Gold um die 4.000er-Marke zitterte und die Bodenbildung dennoch hielt, ist ein Lehrstück über Nerven und Substanz. Und wer wissen will, wie leichtfertig heute über Edelmetalle und Geschichte geurteilt wird, findet ein instruktives Beispiel in unserem Beitrag über den Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz.

Am Ende bleibt ein Satz aus dem Gespräch, der alles zusammenfasst – politisch, spirituell und finanziell:

„Du bist in deinem eigenen Film, in deinem eigenen Showdown. Genieß die Show und positioniere dich."

Positionieren. Nicht kommentieren, nicht bewundern, nicht warten. Ob mit Goldmünzen, mit Barren oder mit einem ersten kleinen Schritt – die Richtung zählt mehr als die Größe. Denn das Einzige, was in einem System, das nicht altern darf, garantiert altert, ist die Kaufkraft Ihres Papiergeldes.

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