
The Royal Tudor Beasts: Die Wappentier-Serie der Royal Mint
Zehn heraldische Wappentiere, ein Ausgabe-Zeitraum von fünf Jahren, ein durchkomponiertes Sammelthema: Mit den Royal Tudor Beasts hat die britische Royal Mint zwischen 2022 und 2026 eine der meistbeachteten Münzserien der jüngeren Zeit aufgelegt. Vorbild sind die steinernen Bestien, die seit über 500 Jahren die Moat Bridge des Hampton Court Palace bewachen. Dieser Beitrag ordnet die zehn Motive, die verfügbaren Formate in Gold und Silber sowie die Frage nach Anlage- und Sammlerwert ein und zeigt, worauf es beim Komplettieren der Serie ankommt.
Was die Royal Tudor Beasts sind
Die Tudor Beasts sind eine zehnteilige Münzserie der Royal Mint, die den heraldischen Tieren der Tudor-Dynastie gewidmet ist. Als direkte Vorbilder dienen die zehn steinernen Wappentiere, die die sogenannte Moat Bridge -- die Brücke über den ehemaligen Burggraben -- am Hampton Court Palace nahe London flankieren. Dieser Palast war eine der wichtigsten Residenzen von König Heinrich VIII., und die Figuren symbolisieren die Legitimität der Königsherrschaft durch den Verweis auf die königliche Abstammung. Gestaltet wurden alle zehn Münzmotive vom Illustrator und Bildhauer David Lawrence, in Zusammenarbeit mit der Organisation Historic Royal Palaces.
Die Serie knüpft konzeptionell an die zuvor sehr erfolgreichen Queen's Beasts an, greift aber weiter zurück in die Geschichte -- rund ein halbes Jahrtausend statt weniger Jahrzehnte. Jedes Motiv steht für ein Tier, das eine eigene symbolische Bedeutung trägt: Stärke, Loyalität, Klugheit oder Macht. Die zehn Wappentiere teilen sich dabei zu gleichen Teilen auf: fünf gehören dem König, fünf verweisen auf seine dritte Ehefrau, Jane Seymour. Die Vorderseite trägt das offizielle Münzporträt von König Charles III.
Die Serie auf einen Blick
- Herausgeber: The Royal Mint (Großbritannien)
- Umfang: zehn Motive, ausgegeben zwischen 2022 und 2026
- Vorbild: die zehn heraldischen Steintiere der Moat Bridge am Hampton Court Palace
- Metalle: Gold (999,9), Silber (999,9) und Platin (999,5)
- Ausgaberhythmus: in der Regel zwei Motive pro Jahr
Die zehn Motive der Serie
Herzstück jeder Sammlung sind die zehn Wappentiere. Bullion- und Proof-Ausgaben teilen dieselben zehn Rückseitenmotive, die Reihenfolge der Ausgabe kann sich jedoch zwischen den Qualitäten unterscheiden. Die folgende Übersicht ordnet die Bestien nach ihrer heraldischen Bedeutung und Herkunft ein.
Die Tiere des Königs
- Lion of England -- der Löwe von England, eines der ältesten und bekanntesten Wappentiere, das schon im 12. Jahrhundert in der königlichen Symbolik auftaucht. Er gilt als Zeichen von Stolz und Mut.
- Tudor Dragon -- der Tudor-Drache steht für die walisischen Wurzeln der Dynastie und wurde von Heinrich VII. nach seinem Sieg in der Schlacht von Bosworth übernommen.
- Royal Dragon -- der königliche Drache, ebenfalls ein jahrhundertealtes Symbol mit Bezug zu Wales und zur Tudor-Familie.
- Greyhound of Richmond -- der Windhund von Richmond, ein Symbol für Schnelligkeit und Treue, das über den Titel Earl of Richmond mit der Familie verbunden ist.
- Yale of Beaufort -- eines der eigentümlichsten Fabelwesen der Heraldik, eng mit der einflussreichen Familie Beaufort verknüpft.
Die Tiere der Jane Seymour
- Seymour Panther -- der Panther der Seymours und heraldischer Wappenhalter Jane Seymours, das erste kommissionierte Motiv der Serie.
- Seymour Unicorn -- das Einhorn der Seymours, ein Sinnbild für Reinheit und Stärke.
- Bull of Clarence -- der Bulle von Clarence, ein Zeichen von Kraft, das über die Herzogswürde von Clarence in die Familienlinie kam.
- Queen's Panther -- der Panther der Königin, ein weiteres Wappentier mit Bezug zu Jane Seymour.
- Queen's Lion -- der Löwe der Königin, der die Reihe abrundet.
Die Gestaltung folgt einem bewussten Ansatz: Weil die Tudor-Künstler viele dieser Tiere nie selbst gesehen hatten, beruhen die historischen Figuren teils auf Beschreibungen und Erzählungen -- sie sind also zu einem erheblichen Teil fantasievoll interpretiert. Der moderne Münzentwurf greift diese Steinfiguren auf und überträgt sie auf die runde Prägefläche, ohne ihre historische und heraldische Bedeutung zu verlieren.
Formate: Gold, Silber und Platin
Ein wichtiger Vorzug der Serie ist die breite Auswahl an Metallen und Gewichten. Damit lässt sich das Sammelthema sowohl mit kleinem als auch mit größerem Budget verfolgen. Die Tudor Beasts Münzen erscheinen als Anlagemünzen (Bullion) sowie in aufwendiger Sammlerqualität (Proof).
| Metall | Feinheit | Gängige Gewichte | Charakter |
|---|---|---|---|
| Silber | 999,9 | 1 oz, 2 oz, 5 oz, 10 oz, 1 kg | Einstieg, hohe Motiv-Vielfalt |
| Gold | 999,9 | 1/4 oz, 1/2 oz, 1 oz | hoher Materialwert, wertdicht |
| Platin | 999,5 | 1 oz | Nische, kleine Auflagen |
Die Silbermünzen gelten als naheliegender Einstieg: Die 2-Unzen-Ausgabe hat sich als beliebtes Sammelformat etabliert, während größere Gewichte bis zum Kilobarren vor allem für Motivsammler interessant sind. Bei Gold reicht das Spektrum von der 1/4-Unze als vergleichsweise erschwinglichem Zugang bis zur vollen Unze mit hohem Materialwert. Platin bleibt eine Nische mit kleinen Auflagen.
Auflagen, Reihenfolge und Datierung
Bei der Royal Tudor Beasts Serie lohnt ein genauer Blick auf Details, die für Sammler entscheidend sind. Anders als bei einer einzelnen Anlagemünze spielen hier Ausgabejahr, Prägequalität und Auflagenhöhe zusammen.
- Reihenfolge: Bullion- und Proof-Ausgaben verwenden dieselben zehn Rückseitenmotive, werden aber nicht zwingend in derselben Reihenfolge veröffentlicht. Ein Motiv kann als Proof früher erscheinen als in Bullion-Qualität.
- Datierung: Das aufgeprägte Jahr kann vom Zeitpunkt der Verfügbarkeit abweichen -- die abschließenden Motive wie der Queen's Lion und der Royal Dragon tragen etwa die Jahreszahl 2026, obwohl sie teils zuvor angekündigt und ausgeliefert wurden. Das ist bei limitierten Serien nicht ungewöhnlich.
- Auflagen: Anlagemünzen erscheinen in der Regel ohne enge Stückzahlbegrenzung, während Proof-Ausgaben und Sondervarianten deutlich kleinere, definierte Auflagen haben.
- Sondervarianten: Zu vielen Ausgaben gibt es limitierte Sätze mit besonderer Oberflächenveredelung, die sich nur über diese Sets beziehen lassen und in kleiner Stückzahl produziert werden.
Hinweis zur Vollständigkeit: Wer die Serie komplettieren möchte, sollte früh entscheiden, ob eine reine Bullion-Sammlung, ein Proof-Set oder eine Mischung angestrebt wird. Weil Reihenfolge und Datierung zwischen den Qualitäten variieren, hilft eine schriftliche Checkliste aller zehn Motive, um Doppelungen und Lücken zu vermeiden.
Anlagewert versus Sammlerwert
Die zentrale Frage vieler Interessenten lautet: Kaufe ich Tudor Beasts als Edelmetallanlage oder als Sammlerobjekt? Beide Perspektiven sind legitim, führen aber zu unterschiedlichen Kaufentscheidungen.
Die Anlageperspektive
Bei Anlagemünzen aus Gold und Silber steht der Materialwert im Vordergrund. Der Preis folgt eng dem jeweiligen Edelmetallpreis, hinzu kommt ein Aufschlag für Prägung und Vertrieb. Gold-Ausgaben sind wertdicht -- viel Wert auf kleinem Raum -- und über den Weltmarkt gut handelbar. Wer primär in Edelmetall investieren will, achtet vor allem auf einen möglichst niedrigen Aufschlag zum Metallwert.
Der langfristige Goldpreis bildet die Grundlage für den inneren Wert der Gold-Ausgaben der Serie. Eine Momentaufnahme des Kursverlaufs zeigt, wie stark der Materialwert einer 1-Unze-Goldmünze von der allgemeinen Marktentwicklung abhängt.
Die Sammlerperspektive
Für Sammler zählt neben dem Metallwert der numismatische Reiz: das durchgehende Motivkonzept, die Vollständigkeit einer Serie, der Erhaltungsgrad und die Prägequalität. Proof-Ausgaben mit kleinen Auflagen und Sondervarianten mit besonderer Oberfläche können über den reinen Materialwert hinaus gefragt sein. Entscheidend ist hier weniger der Tagespreis des Metalls als vielmehr Zustand, Originalverpackung, Zertifikat und die Nachfrage in der Sammlergemeinde.
Wichtig für eine sachliche Einordnung: Ein Aufpreis für Sammlerstücke ist keine Garantie für eine spätere Wertentwicklung. Sammlermärkte sind schwankungsanfällig und von Nachfrage, Mode und Erhaltungsgrad abhängig. Wer allein den Materialwert absichern will, ist mit klassischen Anlagemünzen oft besser bedient; wer Freude an einem geschlossenen Motivthema hat, findet in der Serie einen reizvollen Sammelgegenstand.
Tudor Beasts im Vergleich zu den Queen's Beasts
Die Tudor Beasts sind die konzeptionelle Nachfolgeserie der Queen's Beasts, die zehn Wappentiere im Umfeld von Königin Elizabeth II. würdigten. Beide Serien folgen demselben Grundprinzip -- zehn heraldische Tiere, künstlerisch neu interpretiert -- unterscheiden sich aber im historischen Bezug.
- Zeitlicher Rahmen: Die Queen's Beasts blicken auf die jüngere Krönungsgeschichte zurück, die Tudor Beasts auf das 16. Jahrhundert und die Herrschaft Heinrichs VIII.
- Quelle der Motive: Die Tudor Beasts orientieren sich konkret an den Steinfiguren der Moat Bridge am Hampton Court Palace.
- Sammelanschluss: Wer bereits die Queen's Beasts sammelt, findet in den Tudor Beasts eine thematisch verwandte Fortsetzung mit eigenem Charakter.
Eine ausführliche Einordnung der heraldischen Tradition und der Queen's-Beasts-Reihe finden Sie in unserem Beitrag zu Wappentieren und dem Einhorn-Motiv.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Ob als Anlage oder Sammlung -- einige Punkte gelten grundsätzlich beim Erwerb von Tudor Beasts Münzen:
- Metall und Gewicht festlegen: Silber als günstiger Einstieg, Gold für hohen Materialwert auf kleinem Raum.
- Qualität wählen: Bullion (Anlagemünze) oder Proof (Sammlerqualität) -- das beeinflusst Preis und Aufschlag deutlich.
- Aufschlag prüfen: Bei Anlagemünzen den Aufpreis gegenüber dem reinen Metallwert vergleichen.
- Zustand und Verpackung: Bei Sammlerstücken auf Originalverpackung, Zertifikat und Erhaltungsgrad achten.
- Vollständigkeit planen: Für eine komplette Serie eine Checkliste aller zehn Motive führen und auf einheitliche Qualität achten.
- Aufbewahrung: Passende Münzkapseln und trockene, saubere Lagerung schützen den Erhaltungsgrad.
Die einzelnen Ausgaben und weitere Wappentier-Serien finden Sie in unseren Shop-Kategorien -- etwa bei den Tudor-Beasts-Goldmünzen sowie in der breiteren Auswahl an Goldmünzen und Silbermünzen. Für den Einstieg in die verwandte Tradition lohnt auch ein Blick auf die Queen's-Beasts-Silbermünzen.
Häufige Fragen zu den Royal Tudor Beasts
Wie viele Münzen umfasst die Tudor-Beasts-Serie?
Die Serie umfasst zehn Motive, die jeweils einem heraldischen Wappentier der Tudor-Dynastie gewidmet sind. Sie wurde von der Royal Mint über einen Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2022 und 2026 ausgegeben, mit in der Regel zwei Motiven pro Jahr.
Welche Tiere gehören zur Royal Tudor Beasts Serie?
Zur Serie zählen unter anderem der Lion of England, der Tudor Dragon, der Royal Dragon, der Greyhound of Richmond, der Yale of Beaufort, der Seymour Panther, das Seymour Unicorn, der Bull of Clarence, der Queen's Panther und der Queen's Lion. Fünf Tiere sind dem König, fünf Jane Seymour zugeordnet.
In welchen Metallen und Größen gibt es die Tudor Beasts Münzen?
Die Münzen erscheinen in Silber (999,9) in Gewichten von 1 oz bis 1 kg, in Gold (999,9) von 1/4 oz bis 1 oz sowie in Platin (999,5) als Nische. Es gibt sowohl Anlagemünzen (Bullion) als auch Ausgaben in Sammlerqualität (Proof).
Was ist das Vorbild der Motive?
Vorbild sind die zehn steinernen Wappentiere, die die Moat Bridge des Hampton Court Palace nahe London flankieren. Sie wurden im 16. Jahrhundert aufgestellt und symbolisieren die Legitimität der Tudor-Herrschaft durch den Verweis auf die königliche Abstammung.
Lohnen sich Tudor Beasts als Geldanlage oder als Sammlung?
Das hängt vom Ziel ab. Für die reine Edelmetallanlage zählt vor allem der Materialwert und ein niedriger Aufschlag -- dafür eignen sich Bullion-Ausgaben. Für Sammler sind Motivkonzept, Vollständigkeit, Erhaltungsgrad und Prägequalität wichtiger. Ein Sammleraufschlag ist jedoch keine Garantie für eine spätere Wertentwicklung.
Worin unterscheiden sich die Tudor Beasts von den Queen's Beasts?
Beide Serien folgen demselben Grundprinzip von zehn heraldischen Tieren. Die Queen's Beasts beziehen sich auf das Umfeld von Königin Elizabeth II., die Tudor Beasts auf das 16. Jahrhundert und die steinernen Figuren am Hampton Court Palace. Sie sind damit eine thematisch verwandte, eigenständige Fortsetzung.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Angaben zu Auflagen, Formaten und Ausgabejahren können sich ändern; maßgeblich sind die jeweiligen Herstellerangaben. Preise für Edelmetalle unterliegen Marktschwankungen.

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