Glossar

Goldschmuck

Goldschmuck ist per Definition Schmuck, welcher zu über 50% aus Gold besteht. Ist der Goldanteil unter 50%, wäre es nur "goldhaltiger Schmuck".

Goldschmuck Qualität sichern

5 Tipps, wie Sie die Qualität von Goldschmuck sichern

Wer Gold kauft, möchte sichergehen, dass das Edelmetall den bezahlten Preis auch wert ist. Während Goldbarren und Goldmünzen von den Herstellern in der Regel nach LBMA-Standard produziert und geliefert werden - Fälschungen sind sehr selten -, stellt sich die Schwierigkeit bei Goldschmuck allein schon dadurch her, dass dieser so gut wie nie aus Reingold (999,9/1000 Anteilen) besteht, weil dieses Gold für Schmucklegierungen nicht geeignet ist (es wäre zu weich). Mit fünf verschiedenen Methoden können Privatleute die Qualität von Schmuck aus Gold absichern, allerdings ist nur die letzte - aufwendigste - Methode wirklich zu 100 Prozent sicher.

1. Sie lassen eigenes Gold verarbeiten

Bei diesem Verfahren bringen Sie Ihr eigenes Reingold zum Juwelier und lassen es dort zum gewünschten Schmuck verarbeiten. Der Juwelier wird ob dieses Auftrages sehr begeistert sein, Ihnen den Materialwert nennen, indem er das Gold vor Ihren Augen abwiegt und Ihnen die aktuellen Preise nennt, der Rest betrifft lediglich die Verhandlung über seinen Arbeitslohn, die Art des Schmuckes und weitere Details wie einen Stein.

Sie können danach kalkulieren und sollten eigentlich sicher sein, dass Ihr geliefertes Gold verarbeitet wurde. Das lässt sich durch Wiegen des fertigen Schmuckes herausfinden, wobei diese Methode nie völlig exakt ist. Der Juwelier muss Ihr Feingold legieren, da er es völlig rein nicht zu Schmuck verarbeiten kann (siehe oben), er könnte also bei der Legierung geschummelt haben - es sei denn, sie haben ihm bereits legiertes Gold gebracht. Einen hundertprozentigen Verlass bietet diese Methode nicht, wenn der Juwelier Sie wirklich betrügen möchte, doch der Aufwand wäre für ihn sehr hoch.

2. Augenschein- und Klangtest

Per Augenscheintest sehen Sie zumindest die eingravierte Legierung, die auf jedem Schmuckstück aus Gold zu erkennen sein muss. Hierzu benötigen Sie oft eine Lupe, die Ihnen der Juwelier zur Verfügung stellen wird. Bei einem Klangtest lässt man das Schmuckstück auf eine metallene Oberfläche fallen, der Klang von echtem Gold unterscheidet sich deutlich von vergoldetem Silber oder gar noch unedleren Metallen. Gold klingt heller, allerdings schafft es nur ein geübtes Ohr, die Feinheiten zu erkennen. Ein Vergleich mit einem Stück, dass Sie daheim haben und von dessen Echtheit Sie überzeugt sind, hilft hier weiter.

3. Wassertest nach Archimedes

Der Wassertest geht auf den griechischen Gelehrten Archimedes zurück, den sein König beauftragte, die Echtheit und Legierung einer Gold-Silber-Krone zu überprüfen. Als sich Archimedes ein Bad einließ, dessen Wasser durch die Verdrängung seiner Körpermasse überfloss, kam ihm die Erleuchtung, nach der er mit dem Ausruf "Heureka" ("ich hab´s gefunden") halb nackt durch die Gassen von Syrakus lief. Der Wassertest bestimmt durch Wasserverdrängung die Dichte eines Stoffes. Wasser hat bei 20° C eine Dichte von 1 g/cm³, das verdrängte Wasser entspricht dem Edelmetallvolumen in cm³.

Zunächst ist also das Gewicht des Schmuckstückes exakt zu bestimmen, das danach in einen mit Wasser gefüllten Messzylinder getaucht wird, der sich auf einer Waage befindet. Anhand der Wasserverdrängung, ablesbar am Wasserstand im Messzylinder, kann der Reingoldanteil gemessen werden. Reingold hat die spezifische Dichte von 19,3 g/cm³, ein Gramm muss daher 0,05176 cm³ Wasser verdrängen. Bei Silber sind es 10,5 g/cm³, wodurch ein Gramm Reinsilber 0,09524 cm³ Wasser verdrängt.

4. Säuretest

Einen Säuretest führen wirklich exakt nur Edelmetalllabore und Juweliere durch, er kann immerhin das Schmuckstück beschädigen. Es müssen die richtigen Säuren eingesetzt werden, Gold widersteht der Säure über einen bestimmten Zeitraum und dabei länger als andere Metalle.

Verwendet wird in der Regel eine Mischung aus Salz- und Salpetersäure, der Handel bietet hierfür Test-Sets an, mit denen unterschiedliche Karatzahlen überprüft werden können. Das basiert auf unterschiedlichen Säuremischungen, auf die jeweils eine bestimmte Karatzahl in gewisser Weise reagiert. Zu diesem Zweck ist ein winziger Abrieb des Edelmetalls vom Schmuckstück vorzunehmen, die Säure tragen Sie dann quer auf. Wenn sich der Abrieb-Strich nicht verändert, stimmt die vermutete Karatzahl, ansonsten verschwindet der Strich (er wird durch die Säure aufgelöst).

5. Röntgenfluoreszenzspektrometer

Labore und einige gut ausgestattete Juweliere führen den Echtheits-Check von Schmuck mithilfe des Röntgenfluoreszenzspektrometers durch. Diese Methode ist wirklich exakt, für Laien allerdings nur wegen eines einzigen Schmuckstücks (oder der wenigen Schmuckstücke, die man im Laufe seines Lebens anschafft) unerschwinglich. Einfache Geräte aus chinesischer Produktion werden im Internet ab rund 250 Euro angeboten, ihre Genauigkeit darf angezweifelt werden.

Wirklich gute Spektrometer, die man auch bedienen können muss (immerhin ist das Schmuckstück sehr uneben), kosten leicht 1.000 Euro und mehr. Sie setzen die Röntgenfluoreszenzanalyse ein, mit der praktisch alle Materialien - nicht nur Edelmetalle - auf ihre quantitative und qualitative Zusammensetzung geprüft werden können. Der große Vorteil besteht darin, dass bei der Analyse Röntgenstrahlen das Material durchdringen, das also keinesfalls zerstört oder verbraucht wird. Es lassen sich Spuren eines Elementes bis zum Verhältnis von 1 µg/g (Mikrogramm pro Gramm, also 1:1000) nachweisen.

Das Material kann durch drei Strahlungsarten angeregt werden: polychromatische Röntgenstrahlung, Ionen- oder Gammastrahlung. Dadurch wird durch einen physikalischen Prozess auf atomarer Ebene eine Fluoreszenzstrahlung abgegeben, die elementespezifisch ausfällt. Ein Strahlungsdetektor bestimmt daraufhin die exakte Materialzusammensetzung.

Fazit: Lassen Sie Ihren Goldschmuck unabhängig prüfen

Nur wenn Sie Ihren Goldschmuck unabhängig prüfen lassen, können Sie sicher sein, dass die Qualität perfekt ist. Viele Juweliere und Goldhändler werden Ihnen den Test durchführen.