Glossar

TaschengeldparagraphTaschengeldparagraph

In Deutschland kennzeichnet der Taschengeldparagraph die Regel, dass ein Minderjähriger, der das siebte Lebensjahr vollendet hat, selbstständig Gegenstände (auch wertvolle, wie Edelmetalle) kaufen darf, wenn ihm die finanziellen Mittel für diesen Zweck oder zur frühen Verwendung angeboten wurden.

Bedeutung

Der Taschengeldparagraph bedeutet also konkret, dass das Kind oder der Jugendliche, wenn er mindestens sieben Jahre alt ist, frei über sein Geld verfügen kann. Er ist also geschäftsfähig und benötigt dabei keine Zustimmung der Eltern mehr. Allerdings ist im Bürgerlichen Gesetzbuch, dem BGB, noch einmal genau erklärt, welche Geschäfte mit dem Taschengeld abgeschlossen werden dürfen, und welche nicht.

Einschränkungen des Taschengeldparagraphs

Alle Geschäfte, die mit schriftlichen Verträgen oder Verpflichtungen zu tun haben, dürfen jedoch noch nicht getätigt werden. Darunter fallen beispielsweise ein Handyvertrag oder das Abonnement einer Zeitschrift.

Außerdem dürfen von dem Geld keine Zigaretten, Alkohol oder andere Dinge gekauft werden, die das Kind oder der Jugendliche laut Gesetzt noch nicht besitzen darf. Nicht vorgeschrieben ist, für wie viel Geld eingekauft werden darf. Wenn der Verkäufer allerdings daran zweifelt, dass sich das Kind den Gegenstand von seinem Taschengeld finanzieren kann, dann darf er eine Erlaubnis der Eltern fordern.

Österreich: Wurstsemmelparagraph

In Österreich wird keine Altersgrenze für die Wirksamkeit eines Geschäftes angegeben. Es wird lediglich der Begriff "alterstypisch" angebracht. Die Frage, welche Käufe für welches Geschäft alterstypisch sind stellt sich hier leider noch.

Unbedingt lesen:
Virtuelles Gold + E-Gold

Bilder: "Piggy banks" von Tscherno via flickr: https://www.flickr.com/photos/tscherno/821029646/