Glossar

Goldkunst

Unter Goldkunst wird die künstlerische Erstellung oder Verzierung von Gegenständen aus Gold verstanden. Dabei kann es sich sowohl um große Stücke wie etwa goldene Kelche, Kronen oder Kerzenhalter wie auch um kleine haushaltsübliche Teile wie Eheringe, Ohrringe oder Anhänger handeln. Häufig wird der Ausdruck für Goldschmuck verwendet.

Goldkünstler und deren Ausbildung

Der künstlerische Aspekt kann sich sowohl auf die handwerklich kunstvolle Gestaltung eines goldenen Werkstückes als auch auf den künstlerischen Entwurf beziehen. Je nachdem werden goldene Kunstwerke von Kunsthandwerkern oder Künstlern entworfen. Entsprechend führen verschiedene Ausbildungen zum Goldkünstler – die traditionelle Goldschmiedelehre genauso wie ein Studium an einer Fachschule für Edelmetallgewerbe oder ein Studium an einer Kunstakademie. Natürlich können der Entwurf und die Anfertigung oder Verzierung von Gegenständen aus Gold auch von verschiedenen Personen übernommen werden.

Handwerkliche Techniken

Die Grundform eines goldenen Schmuckstücks wird häufig durch Gießen erzeugt. Diese wird dann durch Feilen, Sägen, Ziehen, Treiben, Hämmern, Walzen und ähnliche Techniken weiter bearbeitet, um schließlich durch Schleifen, Polieren oder Mattieren zum den erwünschten Aussehen gebracht zu werden. Teilweise wird zum Abschluss noch eine Gravur angebracht. Durch die Kombination verschiedenfarbiger Goldlegierungen (Gelbgold, Weißgold, Rotgold) sowie die Kombination von Gold mit Edelsteinen oder anderen Edelmetallen werden über die reine Goldbearbeitung hinaus abwechslungsreiche Effekte erzielt.

Beispiele für Kunstwerke aus Gold

Früher war es üblich, als kaiserliche Geschenke goldene Buchdeckel herzustellen, die mit kunstfertigen Darstellungen dem Wert der enthaltenen handgeschriebenen Bücher entsprechen sollten. Erhalten sind zum Beispiel die Evangelienbuchdeckel des Codex aureus von St. Emmeram.

Die Essener Goldene Madonna aus der Zeit der Jahrtausendwende ist ein Beispiel der Verbindung von Bildhauerkunst mit Goldhandwerk, indem eine hölzerne Statue mit Goldblech überzogen ist.

Während alte Kunst aus Gold häufig mit kultischen Gegenständen zu tun hat, werden seit einigen Jahrhunderten vermehrt weltliche Stücke aus Gold gearbeitet, mit denen einst der Adel, heute der Geldadel einen gewissen Prunk in die Haushalte holt.